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Fleischmarkt

Tierhaltung in Bayern droht wegzubrechen

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 03.12.2021 - 09:01

"Bayern darf nicht von Importfleisch abhängig werden", fordert Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Vor allem die Entwicklung in Schweinesektor stuft er als bedenklich ein.

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Die bayerischen Schweinehalter sind aktuell stark von den Corona-Auswirkungen betroffen.

Der Absatz von Schweinefleisch ist in der Gastronomie aufgrund Lockdowns und Coronarestriktionen massiv eingebrochen und Volksfeste, Grillpartys und Feierlichkeiten wurden in großem Umfang abgesagt wurden - zuletzt die Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeiern.

Wenn hier nicht kurzfristig auch politische Lösungen gefunden werden, gebe es in Bayern in wenigen Jahren keine eigene Schweineproduktion mehr und wir sind von Nahrungsmittelimporten abhängig, so die Einschätzung von Aiwanger. Und er sagt: "Das wäre politisch verantwortungslos."

Corona-Überbrückungshilfen als Kurzfristhilfe

Um die schwierige Situation zu mildern, verweist Aiwanger die betroffene Landwirte auf die Möglichkeit, Corona-Überbrückungshilfen zu beantragen. Sie sei mittlerweile von mehreren hundert Schweinehaltern beantragt worden, rund 200 Betriebe hätten bereits ihr Geld bekommen. Das könne den Schaden wenigstens etwas mildern.

Die Überbrückungshilfe muss von sogenannten „Prüfenden Dritten“ wie Steuerberatern beantragt werden und wird aus Bundesmitteln finanziert und von der IHK für München und Oberbayern abgewickelt. Dazu muss ein coronabedingter Umsatzeinbruch des Betriebes von mindestens 30% im Vergleich zu 2019 nachgewiesen werden. Aktuell wurden die Überbrückungshilfen bis 31.3.2022 verlängert. Der Wirtschaftsminister appelliert deshalb an alle Schweinehalter, für ihren Betrieb beispielsweise vom Steuerberater die Möglichkeit prüfen zu lassen, Überbrückungshilfe aufgrund Umsatzeinbruch zu bekommen.

Zahl der schweinehaltenden Betriebe könnte sich innerhalb kurzer Zeit halbieren

Aiwanger verweist auf den dramatischen Rückgang der schweinehaltenden Betriebe in Bayern auf derzeit nur noch rund 4000 Betriebe. Bei einem anhaltenden Preistief wird damit gerechnet, dass sich diese Zahl in Kürze halbieren könnte. Noch in den 1990er Jahren gab es in Bayern über 90.000 Schweinehalter. Aiwanger: „Wir müssen verhindern, dass es in wenigen Jahren auf unseren Volksfesten nur noch dann Bratwürstchen und Schweinebraten gibt, wenn das Containerschiff aus Übersee ausreichend Ware bringt. Wir sehen bei Masken, Halbleitern und vielen anderen Produkten, wohin Importabhängigkeit führen kann. Bei Versorgungsengpässen mit Grundnahrungsmitteln wäre das lebensgefährlich.“