Landfrauen

Tag der Landfrauen - auf der ganzen Welt

Landfrauentag in Kenia
Wolfgang Piller
Wolfgang Piller
am Donnerstag, 15.10.2020 - 10:26

Seit 25 Jahren gibt es den Internationalen Tag der Landfrauen. Heuer steht er ganz im Zeichen der Covid-Pandemie.

Frauen spielen eine entscheidende Rolle bei der landwirtschaftlichen Entwicklung und damit auch bei der Entwicklung ländlicher Regionen. Darauf macht der Internationale Tag der Landfrauen am 15. Oktober aufmerksam. Auf der UNO-Frauen-Weltkonferenz 1995 in Peking wurde die Idee eines “Internationalen Welt-Landfrauentages”  geboren. Dieses Jahr wird der Landfrauentag unter dem Motto „Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Frauen auf dem Land nach COVID-19“ begangen.

Für die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband gehört es zum Selbstverständnis, ihren Beitrag für die Verbesserung der Ernährungssicherheit zu leisten – regional und international. Deshalb geben sie ihr Wissen und praktisches Know-how seit 2017 auch an Bäuerinnen in Kenia weiter. Diese Zusammenarbeit hat im Herbst 2017 zur Gründung des ersten Landfrauenverbands in Kenia geführt.

Bayerische Bäuerinnen und Farmerinnen in Kenia

Die „Women Farmers Association of Kenya" (WoFaAK) mit Sitz in Nairobi ist eine nichtpolitische, regierungsunabhängige, nichtreligiöse und auf freier Mitgliedschaft basierende nationale Dachorganisation von Bäuerinnen in Kenia. „Der Verband gibt den kenianischen Landfrauen eine Stimme. Wir helfen, dass sich die kleinstbäuerlichen Familienbetriebe professioneller organisieren“, sagt Landesbäuerin Anneliese Göller.

„Wir haben den gleichen Beruf. Wir sind Bäuerinnen und leben doch in unterschiedlichen Welten. Indem wir uns austauschen, lernen wir voneinander“, sagt Landesbäuerin Anneliese Göller, die gemeinsam mit anderen bayerischen Landfrauen zweimal in Kenia war. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen konnten beispielsweise kenianische Frauen zu Ernährungstrainerinnen ausgebildet werden. Auch wurden Seminare durchgeführt, um die Aufzucht von Kälbern zu verbessern.

Wegen Corona heuer kein Landfrauentag für die Farmerinnen

Um die Interessenvertretung der Frauen zu stärken, fanden in den drei Bezirken auch erste Landfrauentage statt. Dabei ging es um Fragen, wie Lobbyarbeit für die Wasserversorgung vor Ort gestaltet werden kann. Zentrale Frage ist auch, welche Möglichkeiten es für Frauen gibt, den Marktzugang zum Vertrieb ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu verbessern. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte allerdings in diesem Jahr kein Landfrauentag stattfinden. Zu den neuen Themen des Projekts gehören Schulungen zu professioneller Verbandsführung, zur Prävention von häuslicher Gewalt und zu ressourcenschonenden Praktiken in der Küche.

Daphne Muchai, Vorsitzende des kenianischen Landfrauenverbandes WoFaAK, ist stolz darauf, dass der noch junge Verband wächst und bereits in zwölf Bezirken im Land vertreten ist. Mit Blick auf die Entwicklungsarbeit in Kenia erinnert Anneliese Göller auch an die Anfangszeit der bayerischen Landfrauengruppe: „Wenn wir heuer 75 Jahre nach der Gründung des Bayerischen Bauernverbandes auf die Nachkriegsjahre zurückblicken, dann fühle ich mich bestätigt, welche Aufbau- und Entwicklungskraft eine berufsständische Organisation für ein Land und den ländlichen Raum hat."

Unterstützung durch die Politik

Auch die Europaabgeordnete und Agrarpolitikerin Marlene Mortler nimmt den Landfrauentag zum Anlass, um auf die Bedeutung der Landfrauen und insbesondere das der bayerischen Bäuerinnen hinzuweisen. „Unsere Landfrauen spielen eine entscheidende Rolle in der Landwirtschaft und bei der Entwicklung ländlicher Regionen. Mit ihrem Engagement leisten sie tagtäglich ihren Beitrag für die Verbesserung der Ernährungssicherheit, und das nicht nur regional, wie die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband zeigen. Seit 2017 geben sie ihr Wissen und Können auch an Bäuerinnen in Kenia weiter. Und das ist einfach großartig! Denn entscheidend ist nicht, dass viel Geld in die Entwicklungshilfe fließt, sondern wie gut das Geld jeweils eingesetzt wird - ob in Familienplanung, in Bildung oder in Mikrokredite. Eine starke Landfrauen-Organisation wird einen weiteren Entwicklungsschub geben. Die positive Entwicklung der Landfrauen-Gruppe im Bayerischen Bauernverband ist das beste Beispiel!“

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