Tierschutz

SPD fordert mehr Veterinäre

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 02.07.2021 - 09:20

Nach Verstößen gegen Tierschutz in einem Betrieb in Rothenburg ist für die SPD die Personaldecke in den Veterinärämtern zu dünn.

Müller Ruth-Fehlner Martina

Die Bayern SPD fordert nach dem Vorfall um 150 verendete Rinder auf einem Bauernhof in Rothenburg ob der Tauber mehr Personal für die Veterinärverwaltung. Wie die Antwort des zuständigen Umweltministeriums auf SPD-Anfrage ergeben hat, wurde der Betrieb in den vergangenen Jahren zwar mehrfach kontrolliert und wegen einiger, wiederholter leichter Verstöße wie fehlender Ohrmarken oder verspätete Meldefristen abgemahnt. Verstöße gegen das Tierschutzrecht wurden laut Umweltministerium indes nicht festgestellt. Daher habe das Veterinäramt keine Sanktionen gegen den Betrieb verhängt.

Trotzdem meinen Agrarsprecherin Ruth Müller und die Tierschutzsprecherin Martina Fehlner, seien wichtige Warnsignale nicht beachtet worden. Dafür braucht es nach deren Auffassung eine deutlich größere Personaldecke bei der Veterinärverwaltung. Wie das Ministerium betont, sei nach „Mitteilung der Regierung von Mittelfranken das Veterinäramt in Ansbach seit Jahren nicht voll besetzt.
 

57 neue Stellen in fünf Jahren

In ganz Bayern sind in den vergangenen fünf Jahren lediglich 57 neue Stellen für Amtstierärzte, Veterinärassistenten und Lebensmittelkontrolleure geschaffen worden. Das sei viel zu wenig angesichts des seit Jahren bekannten Personalnotstands, der immer von Landratsämtern beklagt wird, so die SPD-Abgeordneten. Die Veterinärämter in Bayern sind für die Kontrollen von 42.000 Rinderhaltungen zuständig, hinzu kommen noch Schweine, Hühner und andere Tiere.

Der Fall Rothenburg zeigt laut Müller, dass die Kontrolleure einen ganzheitlichen Blick auf die Betriebe richten und nicht nur Listen abarbeiten sollten. „Veterinäre müssen eng mit Landwirten zusammenarbeiten, um mögliche Probleme schon im Vorfeld gemeinsam zu lösen." Für Tierschutzsprecherin Fehlner ist klar: "Solche Katastrophen wie auf dem Betrieb in Rothenburg dürfen nicht wieder vorkommen. Die Menschen in Bayern müssen sich darauf verlassen können, dass in der bayerischen Landwirtschaft die Tierschutzstandards eingehalten werden."

Das Umweltministerium weist in seiner Antwort darauf hin, dass auch in Tierhaltungen, die bezüglich des Tierschutzes lange unauffällig sind, plötzlich Probleme auftreten können. Oft seien diese auf Sondersituationen des betreffenden Tierhalters zurückzuführen.