Schweinemarkt

Soforthilfe: Schweinebauern wie Gastronomen helfen

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 20.11.2020 - 17:50

Die Verluste der Schweinebauern sind enorm. Die ISN verlangt daher schnelle Finanzhilfen, sonst ist die Selbstversorgung in Gefahr.

Schweinehalter-Ferkel

Aufgrund des Schweinestaus ist den deutschen Schweinehaltern bereits ein Schaden von ca. 1,3 Milliarden Euro entstanden. Die ISN fordert deshalb für die unverschuldet in diese Notsituation geratenen Schweinehalter schnelle und unbürokratische Corona-Nothilfen analog zur Gastronomie.

Mit den jüngst beschlossenen Hilfen des Bunds (Novemberhilfe) erhalten Gastronomen Zuschüsse pro Woche Schließung von 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November 2019.   

Für die Schweinehalter geht es um die Existenz. Hauptursache sind die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Zum einen ist ein erheblicher Schweinestau entstanden, der durch Einschränkungen bei den Schlachtungen hervorgerufen wurde. Zum anderen führt der dramatische Schweine- und Ferkelpreisverfall die Betriebe aktuell in eine finanzielle Notlage.

Laut ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack zeigt das Preisgeschehen der letzten Monate klar, dass der Schweinepreis aufgrund der Corona-bedingten Einschrän­kungen, sei es in der Gastronomie und Veranstaltungsbranche, beim Export oder in den Schlachthöfen, eingebrochen ist.

„Die derzeit diskutierte Bezuschussung der privaten Lagerhaltung (PLH) von Schweinefleisch ist nicht zielführend, weil das Geld nicht bei den Bauern ankommt,“ so Staack.

Selbstversorgung ist in Gefahr

Schweinehalter können ihren Betrieb nicht einfach so anhalten. Es werden weiter Ferkel geboren und die Tiere im Stall wachsen weiter und müssen auch weiter versorgt werden. Die Maßnahmen zur Auflösung des Schweinestaus und zur Öffnung der Exportmärkte müssen daher weiter konsequent umgesetzt werden, verlangt die ISN. Wenn die Politik jetzt nicht handele, nehme sie sehenden Auges in Kauf, dass viele Familien­betriebe ihre Schweinehaltung aufgeben müssen. Dies hätte nicht nur weitreichende Folgen für ganze Landstriche, es bringe sogar die Selbstversorgung mit heimischem Schweinefleisch in Gefahr, warnt der ISN-Geschäftsführer.