Marktkrise

Soforthilfe: Rukwied fordert schnelle Unterstützung

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 27.11.2020 - 08:20

DBV-Präsident Joachim Rukwied nimmt Bund und Länder in die Pflicht, endlich den Schweinebauern zu helfen.

Rukwied Joachim-Bauerntag2020

Aufgrund der prekären Lage am Schweinemarkt fordert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, die Politik auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um einen weiteren Strukturbruch im Bereich der Schweinehalter zu verhindern. Heute vormittag findet per Video ein Krisentreffen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit den Landwirtschaftsministern der Länder statt. Österreich hatte am vergangenen Mittwoch (25.11.)  eine Vermarktungsoffensive für Schweinefleisch angekündigt. 

Bereits vergangene Woche hat die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) schnelle Nothilfen ähnlich wie in der Gastronomie gefordert.

Laut Rukwied erleben deutsche Schweinehalter derzeit die größte Krise seit Jahrzehnten. Die Schlachtkapazitäten bleiben knapp, so dass der Stau in den Ställen unverändert groß und das Preisniveau für unsere Bauern ruinös sei. In den letzten zehn Jahren hat bereits fast die Hälfte aller Schweinehalter ihren Betrieb eingestellt.

Zehnjahrestief beim Schweinepreis

"Diese Entwicklung darf sich nicht fortsetzen. Wenn wir weiter Schweinefleisch aus Deutschland auf dem Tisch haben wollen, dann brauchen unsere Schweinehalter jetzt ein klares Signal, dass Schweinehaltung in Deutschland weiterhin gewünscht ist. Alleine können die Bauern diese Krise nicht schultern“, fordert der DBV-Präsident schnelle Hilfen.

Der aktuelle Schlachtpreis für Schweine ist auf nur noch 1,19 Euro pro kg Schlachtgewicht abgestürzt. Das ist ein Zehnjahrstief. Nach Informationen der Bundesregierung wurden seit Jahresbeginn bis Oktober etwa 1,1 Millionen Schweine weniger geschlachtet als im Vorjahr. In den Ställen stauen sich derzeit etwa 600.000 Tiere.

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