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Krisenhilfe

Soforthilfe für Schweinehalter: Erneut klares Veto von Wojciechowski

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 22.02.2022 - 16:06

EU-Agrarkommissar sieht Teilschuld der Branche an Krise und fordert Neuorientierung. Keine EU-Hilfen in Aussicht.

Stroh-Schweinestall-Tierwohl

Bayerns Schweinehalter können weiterhin auf keine Hilfen aus Brüssel hoffen. Beim Agrarrat am Montag dieser Woche (21.2.) erteilte EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski Forderungen nach Krisenhilfen erneut eine Absage, berichtet Nachrichtendienst Agra Europe.  

 Der Pole bekräftigte damit seine schon bei den vier vorangegangenen Agrarministertreffen eingenommene Position, als er Anfragen auf Sonderbeihilfen stets mit Nein beantwortet hatte. Erneut war es sein Heimatland Polen, das mit Unterstützung aus Ungarn und Lettland, Hilfen forderte.

Kommission sieht Markterholung in Sicht

Die Delegation aus Warschau wies darauf hin, dass die Zahl der kleinen und mittleren Schweinebetriebe in Polen in den vergangenen fünf Jahren um die Hälfte abgenommen habe. Wojciechowski räumte ein, dass die Lage für die Schweinehalter nach wie vor „besorgniserregend“ sei. Kritisch zu bewerten sei auch der starke Anstieg der Energie- und Düngemittelpreise. Dazu stellte der Brüsseler Agrarchef für Anfang März eine Mitteilung der Kommission zum Umgang der EU mit der Energiekrise in Aussicht. Auch die Afrikanische Schweinepest (ASP) stelle nach wie vor ein großes Problem dar, erklärte Wojciechowski. Der Sektor muss nach seinen Worten aber auch selbstkritisch einräumen, dass er die Erwartungen an die Nachfrage Chinas falsch eingeschätzt habe.

Der Preistrend nach unten sei aber inzwischen gebrochen. Aktuell hätten die Schlachtschweinepreise ein Niveau erreicht, das mit dem des Vorjahres vergleichbar sei. Auch die Ferkelpreise würden, wenn auch nur langsam, weiter ansteigen. Bei der ISN-Auktion am Dienstag, (22.2.) kletterten die Schweinepreise um 6 CEnt auf 1,35 €/kg SG.

Agrarkommissar verweist auf nationale Maßnahmen

Der Forderung von Delegationen nach einem Einsatz der Krisenreserve stellte sich der Agrarkommissar ebenfalls entgegen. Erneut ermunterte er stattdessen die Mitgliedstaaten, sofern nicht schon geschehen, nationale Hilfsprogramme für die Landwirte aufzulegen. Doch auch das funktioniert in Deutschland nur bedingt. So sind aktuell in Bayern aufgrund von Bundesvorgaben die Auszahlungen der Überbrückungshilfen wieder gestoppt.

Laut Wojciechowski muss sich der Schweinesektor langfristig anders aufstellen. Die Abhängigkeit von Exporten in instabile Drittlandsmärkte und der Bedarf an Soja- und Maisimporten seien zu hoch. „Bedenklich“ sei zudem, dass in einigen Mitgliedstaaten eine „massive Konzentration“ in immer größeren Schweinehaltungsbetrieben erfolge. AgE

Mit Material von AgE
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