Hochwasserkatastrophe

Soforthilfe: Bayern erweitert Gebietskulisse in Franken

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 22.07.2021 - 17:28

Neue fränkische Landkreise sind nun in die Gebietskulisse für die Soforthilfe aufgenommen. Bayern will auch für Junischäden Hilfsgelder vom Bund.

Hochwassser-Pumpe

Aufgrund weiterer Wetterdaten der Fachbehörden und Meldungen der Behörden vor Ort sowie nach Beschlüssen des Bayerischen Landtags wird die Gebietskulisse für Soforthilfen ergänzt. Damit können auch Hochwasser-Betroffene aus den Landkreisen Haßberge und Forchheim sowie der Stadt Hof und der Stadt Ansbach Soforthilfen beantragen. Das stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker heute (22.7.) im Landtag klar. Ab Freitag, den 23. Juli, können Betroffene auch für die oben genannten Regionen Soforthilfen beantragen.

Ansprechpartner sind die Landratsämter bzw. die Städte. Entsprechende Formulare können bei den zuständigen Behörden direkt ausgefüllt und abgegeben werden. Die Auszahlung erfolgt per Überweisung oder kann nach Absprache auch in bar erfolgen.Entsprechend ergänzt wird auch die Gebietskulisse für betroffene landwirtschaftliche Betriebe. Die Antragsbedingungen erarbeitet derzeit das Landwirtschaftsministerium.


 

Soforthilfen auch Schäden im Juni?

Zur Linderung der ersten Not wird nun auch in der oben genannten Gebietskulisse eine Soforthilfe, zum Beispiel für die Wiederbeschaffung von zerstörtem Hausrat, von bis zu 5.000 Euro an betroffene Haushalte ausgezahlt. Hinzu kommt eine Soforthilfe für „Ölschäden an Gebäuden“ von bis zu 10.000 Euro. Bei Versicherbarkeit der Schäden gilt für Nichtversicherte jeweils ein Abschlag von 50 Prozent. Versicherungsleistungen werden auf die staatlichen Hilfen angerechnet. In Fällen, in denen Menschen durch Überschwemmungen in existenzielle Notlagen kommen, können durch Zuschüsse aus dem sogenannten Härtefonds bis zu 100 Prozent der entstandenen Schäden erstattet werden.

Zusätzlich zu den direkten finanziellen Hilfen greifen steuerliche Maßnahmen für Privatpersonen und Unternehmen. So können im Einzelfall Steuern gestundet, Vollstreckungsmaßnahmen aufgeschoben und Steuervorauszahlungen gestreckt werden. Auch Sonderabschreibungen sind möglich. Muss Hausrat und Kleidung in größerem Umfang wiederbeschafft werden, können diese Ausgaben unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden. Ansprechpartner ist das jeweils zuständige Finanzamt.

Zudem wird sich die Staatsregierung, auch auf Wunsch des Bayerischen Landtags, bei der Bundesregierung dafür einsetzen, dass der Bund auch die Geschädigten von vergleichbaren Unwetter- und Hochwasserereignissen, die sich im Juni 2021 ereignet haben, in sein Hilfsprogramm einbezieht.

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