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Beutegreifer

Schweiz hat über Wolf abgestimmt

Alm
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Externer Autor
am Mittwoch, 30.09.2020 - 17:05

Die Entscheidung fiel in den Städten. Das Ergebnis in den ländlichen Regionen spreche für die Aufweichung des Wolfschutz, so der Tiroler Bauernbund.

Innsbruck - Die Schweizer stimmten am 27.September über die Änderung des Jagdgesetzes und damit über die Aufweichung des Wolfschutzes ab. Mit 51,9% entschieden sich dei Schweizer knapp gegen das neue Jagdgesetz. Entschieden wurde die Abstimmung in den urbanen Gebieten. "Dieses Ergebnis zeigt ganz klar, dass die Bewohner in den betroffenen Gebieten wie dem Wallis oder Graubünden eindeutig für die Senkung des Schutzstatus des Wolfs entschieden haben. Die Gräben zwischen den Berg- und den städtischen Kantonen sind hier eindeutig zu sehen", kommentiert der Tiroler Bauernbund-Abgeordnete und Forum-Land Obmann Hermann Gahr das Referendum in der Schweiz.

Im Kanton Wallis stimmten 68,6%, in Graubünden 67,3%, im Kanton Uri 69,6% und in Appenzell Innerrhoden 70,8% für das neue Jagdgesetz.

 

Klarer Auftrag zu handeln

"Das Abstimmungsergebnis ist ein klarer Auftrag zu handeln. In den betroffenen Gebieten gibt es große Probleme mit dem Wolf. Es kann also keine Rede von Wolfsromantik sein. Die urbanen Gebiete mit ihrer großen Einwohnerzahl haben die Probleme der ländlichen Bevölkerung mit den Raubtieren teilweise nicht ernst genug genommen. Dennoch ist das Ergebnis ein Erfolg, denn von einer breiten Zustimmung für die Rückkehr der Wölfe kann keine Rede sein", so Gahr.

Tierschutzorganisationen zeichnen verharmlosendes Bild

Das Problembewusstsein rund um die Rückkehr dieser großen Beutegreifer ist in urbanen Gebieten weniger ausgeprägt. So stimmten in der Gemeinde Zürich 66,4% gegen das neue Jagdgesetz. "Leider sehen die Bewohner der urbanen Gebiete diese Schwierigkeiten mit den Wölfen nicht, da sie davon auch nicht betroffen sind. Das gleiche Bild zeigt sich auch in Österreich.

In ländlichen Regionen sieht man die Rückkehr der Wölfe kritisch, und in den Städten werden die Raubtiere begrüßt. Deswegen müssen wir hier mehr objektive Aufklärung betreiben, derzeit wird dieses Feld komplett den Tierschutzorganisationen überlassen, die natürlich ein verharmlosendes Bild der Raubtiere übermitteln. Das war auch bei der Abstimmung in der Schweiz entscheidend. Tierschutzorganisationen haben massiv kampagnisiert", so Gahr.

 

Neues Jagdrecht hätte die Entnahme erleichtert

Laut Schätzungen gibt es in der Schweiz um die 100 Wölfe, jedes Jahr werden rund 500 Schafe oder Ziegen gerissen und das trotz Herdenschutz. Mit der Änderung des Jagdgesetzes hätten Wölfe leichter entnommen werden können, etwa auch präventiv, bevor es zu Schäden kommt. Gahr fordert auch für Österreich die leichtere Entnahme von Problemwölfen.

"Gerade in diesem Sommer hat man gesehen, wie viele Schäden Problemwölfe anrichten können. In Tirol gab es zahlreiche Risse, und viele Bauern werden wohl im nächsten Sommer ihre Tiere nicht mehr auf die Almen treiben. Deswegen brauchen wir endlich eine europaweite Gleichbehandlung in der Wolfsfrage. Zahlreiche EU-Länder wie Finnland, Slowakei, Polen, Lettland oder Litauen haben Ausnahmeregelungen zur Entnahme von Wölfen. Genau so eine Regelung brauchen wir auch für Österreich. Wir wollen keinen Sonderweg, sondern nur gleich wie andere behandelt werden", betont Gahr.