Tierseuche

Schweinepest: Verbände fordern mehr Engagement vom Bund

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 29.10.2021 - 15:41

Die Fallzahlen bei der Afrikanischen Schweinepest steigen und steigen. Bauern- und Jagdverbände verlangen vom Bund deutlich mehr Unterstützung.

Schweinepest-Schild

Seit gestern gibt es mehr als 2.500 nachgewiesene Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen - Tendenz steigend. Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Jagdverband (DJV) und Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) fordern von Bund und Ländern ein konsequenteres Vorgehen gegen die Ausbreitung der Seuche. Trotz guter Ansätze besteht für eine erfolgreiche Zurückdrängung der ASP noch erheblicher Verbesserungsbedarf.

Aus Sicht des DBV-Veredlungspräsidenten und Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Hubertus Beringmeier, tragen bislang die Bundesländer Brandenburg und Sachsen die wesentliche Verantwortung für die Eindämmung in Deutschland und Westeuropa praktisch allein.

„Die Bekämpfung dieser Seuche ist eine Aufgabe von nationaler Tragweite. Der Bund sowie das Bundeslandwirtschaftsministerium müssen sich dringend stärker einbringen." Nach Auffassung von DJV-Präsident Dr. Volker Böhning muss die ASP endlich energisch eingedämmt werden. Dazu brauche es dringend einheitliche Standards, die Bund, Länder und Kreise gemeinsam verantworten und umsetzen.

Das sind die zentralen Forderungen

 Verbesserung der Infrastruktur für Jäger: rund um die Uhr geöffnete Kühlzellen.

 Aufbau einer zweiten effektiven ASP-Barriere östlich der Autobahnen A10, A11 und A13 von Mecklenburg-Vorpommern bis Tschechien - als Rückfall-Linie in Verbindung mit einer deutlichen Reduzierung der Wildschweinpopulation in diesem Bereich.

 Abgabe- und steuerfreies Prämiensystem als Anreiz zur verstärkten Bejagung.

 Ausbildung von Kadaverspürhunden: Die Ausbildung muss intensiviert, beschleunigt und nach einheitlichen Standards bundesweit organisiert werden. Die Ausbildung von Jagdgebrauchshunden, wie sie derzeit praktiziert wird, ist am sinnvollsten.

 Flächendeckendes ASP-Monitoring in betroffenen Gebieten: Die Zahl der behördlichen Annahmestellen muss deutlich erhöht werden, um den zeitlichen und finanziellen Aufwand für Jäger zu minimieren und das ASP-Monitoring weiter zu verbessern. Die Abgabe von Blut- und Organproben muss rund um die Uhr möglich sein. Die bereits etablierte kostenfreie App des Tierfund-Katasters sollten Behörden künftig als Standard für die Meldung von Wildschwein-Kadavern einführen.