Tierseuche

Schweinepest: LsV Bayern fordert Runden Tisch in Bayern

Sau-im-Glueck
Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 12.10.2020 - 08:00

Der LsV Bayern hat konkrete Vorstellungen und Forderungen, was Politik und Landwirte gegen die ASP und Probleme am Schweinemarkt tun müssen.

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Wegen der großen Probleme am Schweinemarkt fordert Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. (LsV Bayern) fordert nachdrücklich alle Beteiligten zu entschlossenem und unverzüglichem Handeln auf.

Die Schweinepreise sind derzeit im ungebremsten Sinkflug. Die ruinösen Preise durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und den damit verbundenen weggebrochenen Export bringen immer mehr Schweinehalter in existenzielle Nöte. 

Der „Schweinestau“ muss laut LsV Bayern dringend aufgelöst werden. Denn nur wenn Schweine geschlachtet
werden, gibt es in den Ställen wieder Platz für neue Ferkel. Diese jedoch werden tagtäglich neu geboren und
brauchen Platz. Der Verein kritisiert die schleppende und durch Kompetenzgerangel geprägte Umsetzung der Maßnahmen zur Eindämmung der ASP in Brandenburg.  So fordert die Organisation einen runden Tisch mit dem BBV, BDM, ABL, dem Umweltministerium, dem Wirtschaftsministerium und dem Landwirtschaftsministerium.
Ein Ausbreiten der ASP und ein damit einhergehendes Bestell- und Ernteverbot der landwirtschaftlichen Flächen würde die Versorgungssicherheit mit regionalen Produkten aufs Spiel setzen. Betroffene Landwirte müssen unterstützt und im Schadensfall entschädigt werden.

Sehen Sie Bayern gut vor der Afrikanischen Schweinepest geschützt?

glaube ich überhaupt nicht
42% (151 Stimmen)
bin sekptisch
46% (163 Stimmen)
bin optimistisch
9% (31 Stimmen)
glaube ich voll und ganz
3% (12 Stimmen)
Total votes: 357

Die Forderungen im Detail

  • Schlachtzahlen in Deutschland deutlich erhöhen. Der Stau in den Schweineställen muss unverzüglich aufgelöst werden, bevor der Tierschutz nicht mehr gewährleistet werden kann. Hierzu sind alle zur Verfügung stehenden Mittel anzuwenden, wie auch insbesondere das Ausweiten der wöchentlichen Schlachttage.
  • Der Import von Ferkeln, Schlachtschweinen und geschlachteten Schweinehälften ist einzustellen, bis sich die  Situation in deutschen Ställen wieder normalisiert hat.
  • Einen funktionsfähigen Zaun umgehend um das Kerngebiet in Brandenburg und an der Grenze zu den Ländern errichten, in denen die ASP ausgebrochen ist.
  • Schwarzwildbestand im Kerngebiet nach Fertigstellung des Zaunes vollständig entnehmen.
  • Vorbeugend eine verstärkte Bejagung des Schwarzwildes, sowie eine grundsätzliche Freigabe von technischen Hilfsmittel zur Jagd, um das Risiko einer Verbreitung auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Abschussprämie für Schwarzwild erhöhen, um den Anreiz zur Bestandsverringerung zu verbessern.
  • unverzüglich sämtliche Wildbrücken sperren.
  • Die sofortige Ausbildung von Kadaversuchtrupps, um im Seuchenfall innerhalb maximal einer Woche das gesamte Sperrgebiet absuchen zu können.
  • Notwendige finanzielle Mittel bereitstellen, um die oben genannten Ziele erreichen zu können!
  • Sofortiges Prüfen der Vorbereitungsmaßnahmen aller Veterinärämter in den Landkreisen für den Fall eines dortigen ASP Ausbruchs.
  • Im Falle eines ASP-Ausbruchs in Bayern muss der Katastrophenfall für das betroffene Gebiet ausgerufen werden.
  • Einrichten eines Krisenstabes im Freistaat Bayern zur Koordination der Maßnahmen zur Abwehr und Bekämpfung der ASP.