Tierseuche

Schweinepest: Kasch nimmt Brandenburg in die Pflicht

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 22.09.2020 - 16:44

Die Staatssekretärin Beate Kasch erwartet von Brandenburg ein koordiniertes Vorgehen, um die Afrikanische Schweinpest einzudämmen.

Kasch Beate-BMEL-Staatssekretärin

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei mehreren Wildschweinen in Brandenburg, hat die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Beate Kasch, in Potsdam die Sitzung des Zentralen Krisenstabs Tierseuchenbekämpfung geleitet.

Im Vorfeld der Sitzung warfen Bauern und Jäger den brandenburgischen Behörden Versagen bei der Bekämpfung der ASP vor.

Die Staatssekretärin äußerte klar ihre Erwartungen an Brandenburg. "Um die Tierseuche einzudämmen, brauchen wir eine große Kraftanstrengung und ein geschlossenes Auftreten vor Ort."

Kasch erwartet von Brandenburg, dass die zuständigen Vor-Ort-Behörden abgestimmt und einheitlich vorgehen. Es sei Aufgabe des Landeskrisenzentrum Brandenburg hier zu koordinieren und zu steuern.

Brandenburg baut Krisenstab aus

Brandenburg wird den ASP-Landeskrisenstab stärken und ausbauen. So wird eine Technische Einsatzleitung im gefährdeten Gebiet in Eisenhüttenstadt eingerichtet, um von dort schnell operativ tätig werden zu können. Das kündigte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher heute nach der Kabinettsitzung in Potsdam an.

Sitz des Landeskrisenstabes ist Potsdam. Hier werden unter Leitung von Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer alle strategischen Entscheidungen getroffen, Aufträge zu deren Umsetzung an die Technische Einsatzleitung ausgelöst sowie die Zusammenarbeit mit anderen Tierseuchenbekämpfungszentren abgestimmt.

Treffen mit EU-Veterinären

Am Morgen hatte Beate Kasch in Berlin bereits Experten der EUVET-Teams – des europäischen Veterinär-Notfallteams – getroffen, die das betroffene Gebiet in Brandenburg bereisen werden.

Für Deutschland ist die Arbeit der EUVET-Gruppe ein sehr hilfreicher Baustein zur Unterstützung der Behörden vor Ort: Die europäischen Experten werden nach ihrer Bereisung einen Bericht mit Handlungsempfehlungen und Hilfestellungen abgeben. Das Bundesministerium unterstützt sie dabei organisatorisch, auch das Friedrich-Loeffler-Institut begleitet das Team vor Ort.

Das Ausbruchsgeschehen ist derzeit auf zwei Hotspots in zwei Landkreisen in Brandenburg (Spree-Neiße und Oder-Spree) begrenzt. Bisher sind keine Hausschweine betroffen.

 

Aufgaben des Zentralen Krisenstabs Tierseuchen

Der Zentrale Krisenstab ist beim Ausbruch einer Tierseuche das übergeordnete Entscheidungsgremium. Leiterin ist die beamtete Staatssekretärin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Neben ihr sind die Amtschefs der zuständigen Landes-Ministerien, die für die Tierseuchenbekämpfung zuständig sind, sowie das zum Bundesministerium gehörende Friedrich-Loeffler-Institut Mitglieder des Gremiums.

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