Tierseuche

Schweinepest: Brandenburg verschärft Maßnahmen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 05.10.2020 - 14:32

Neue Maßnahmen außerhalb der Pufferzonen sollen in Brandenburg helfen, die Schweinepest einzudämmen.

Thumbnail

Brandenburg verstärkt seine Maßnahmen, um die Afrikanische Schweinepest (ASP) abzuwerehen. Das Verbraucherschutzministerium hat mit einem Erlass zur Durchführung der Schweinepest-Verordnung jetzt zusätzliche Maßnahmen angeordnet, um einer Einschleppung vorzubeugen und die ASP in noch nicht betroffenen Gebieten des Landes frühzeitig zu erkennen.

Außerhalb der bestehenden ASP-Restriktionszonen sollen Jägerinnen und Jäger ab sofort flächendeckend verstärkt Wildschweine erlegen und noch intensiver verendete Wildschweine suchen und beproben. In den festgelegten gefährdeten Gebieten gilt noch ein vorläufiges Jagdverbot für alle Tierarten.

Verstärkte Suche außerhalb der Pufferzonen

In allen Landkreisen des Landes Brandenburg außerhalb der bestehenden ASP-Restriktionszonen sollen Jagdausübungsberechtigte folgende Maßnahmen durchführen:

  • Flächendeckend verstärkte Bejagung zur Reduzierung des Schwarzwildbestandes
  • Verstärkte Suche nach verendeten Wildschweinen (Fallwildsuche)
  • Anzeige, Kennzeichnung und Probennahme zur virologischen Untersuchung jedes verendet aufgefundenen Wildschweines, einschließlich Unfallwild.

In den Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz sind außerhalb von ASP-Restriktionszonen von jedem erlegten Wildschwein unverzüglich Proben zur virologischen Untersuchung auf ASP zu entnehmen.

Brandenburg hat die Aufwandsentschädigung für Jägerinnen und Jäger für die Meldung und Beprobung von tot aufgefundenen Wildschweinen von 30 Euro ab dem 1. Dezember 2019 auf 50 Euro erhöht.

Die Zahl erlegten Wildschweine stieg im Jagdjahr 2019/2020 im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf 102.131 an. Damit wurde eine Rekordstrecke erzielt. Allerdings deutet laut Brandenburgs Verbraucherschutzministerium ein weiteres Anwachsen der Wildschweinstrecke nicht darauf hin, dass die Gesamtpopulation zurückgeht.