Tierseuche

Schweinepest: Bayern verschärft Maßnahmen

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 22.10.2021 - 10:11

In Sachsen rücken die Ausbrüche von Afrikanischer Schweinepest näher an die bayerische Grenze heran.

Umweltminister Bayern

Nach einem aktuellen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis Meißen in Sachsen und der damit verbundenen weiteren Verlagerung des ASP-Geschehen nach Westen weitet Bayern seine Vorsorgemaßnahmen aus. Der aktuelle Fall befindet sich rund 150 Kilometer von der bayerischen Landesgrenze entfernt.

Bundesweit sind bisher 2457 ASP-Fälle in Deutschland bestätigt, 577 davon in Sachsen, 1.880 in Brandenburg.

"Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst,“ betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber. Oberstes Ziel sei es, eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Dafür arbeitet Bayern im engen Schulterschluss mit allen Beteiligten zusammen.

Zum Schutz der bayerischen Haus- und Wildschweinbestände startet der Freistaat zudem die nächste Stufe des ASP-Frühwarnsystems. Das ASP-Frühwarnsystem umfasst insbesondere eine flächendeckende Untersuchungspflicht aller erlegten sowie verendet aufgefundenen Wildschweine auf ASP in den grenznahen bayerischen Landkreisen zu Sachsen. Schweinehaltende Betriebe sind zudem aufgefordert, die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten.  

Was Bayern bisher unternommen hat

Nach Angaben des Umweltministeriums hat Bayern bereits vielfältige Vorsorgemaßnahmen gegen die ASP ergriffen. Die neue ASP-Hundestaffel umfasst mittlerweile mehr als 40 Kadaversuchhunde und zugehörige Hundeführer, die im Ausbruchsfall neben modernster Drohnentechnik und Wärmebildkameras eine schnelle und effektive Fallwildsuche sicherstellen sollen. Das Umweltministerium hat den Aufbau der Hundestaffel mit insgesamt rund 150.000 Euro gefördert.

Teil der umfangreichen Präventionsmaßnahmen sind zudem insbesondere ein Anreizprogramm zur intensiven Bejagung von Wildschweinen mit einer Aufwandsentschädigung von bis zu 100 Euro pro erlegtem Wildschwein und die Beschaffung von Zaunmaterial. Insgesamt rund 900 Kilometer Zaunmaterial (Wildschutz-, Elektro- und Duftzäune) wurden bereits zentral für Bayern erworben.

Zusätzlich hat das Umweltministerium Landkreise und Städte bei der Beschaffung von rund 760 Kilometern Schutzzäune unterstützt. Auf einer Gesamtlänge von rund 500 Kilometern entlang der Bundesautobahnen im Gebiet der Grenze zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik befinden sich zudem feste Wildschutzzäune. Das Umweltministerium hat diese Maßnahme mit rund 400.000 Euro gefördert.