Tierseuche

Schweinepest: Bayern kauft noch mehr Zäune

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 30.07.2021 - 11:42

Mit dem Kauf von weiteren 760 Kilometer Zaunmaterial sehen sich Landkreise gut gegen die Tierseuche gerüstet.

Schutzzaun

Die jüngste Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg sorgt Bayern für weitere Vorsichtsmaßnahmen. Gemeinsam mit den Landkreisen und Städten hat das Land mehrere hundert Kilometer neue Schutzzäune erworben. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber findet rund 760 Kilometer neuer Schutzzaun als ein starkes Signal für Bayern. Die kommunale Familie in Bayern könne sich auf das Umweltministerium verlassen. "Die Initiative der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte haben wir gerne unterstützt. Die neuen Zäune ergänzen unsere umfangreichen Präventionsmaßnahmen in bestmöglicher Weise." 

Laut Glauber  kann eine nachhaltig wirksame ASP-Bekämpfung nur im engen Schulterschluss mit den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden vor Ort und unter Nutzung aller Ressourcen gelingen. Über 300.000 Euro haben Landkreise und kreisfreie Städte in die neuen Zäune investiert. Der Großteil des Zaunmaterials wird im zentralen Tierseuchenlager des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gelagert, die übrigen Zäune dezentral in Bayern verteilt.

Landkreise sehen sich gut gerüstet

"Wir sind uns dieser Verantwortung bewusst und bereiten uns bestmöglich auf einen möglichen ASP-Fall in Bayern vor", so Landkreistagspräsident Christian Bernreiter. Er freut sich, dass die kommunale Initiative zur Beschaffung von Zaunbaumaterial vom Umweltministerium so positiv aufgenommen wurde.

Um im ASP-Seuchenfall eine Ausbreitung des Erregers durch Wildschweinwanderungen verhindern zu können, und mit den hierfür erforderlichen großflächigen Zäunungsmaßnahmen vor Ort unverzüglich beginnen zu können, haben sich insgesamt 72 Landkreise und kreisfreie Gemeinden solidarisch dazu entschlossen, ASP-Schutzzäune zu beschaffen. Hierbei wurden sie vom LGL logistisch unterstützt.

Bisherige Maßnahmen

Bayern hat bereits vielfältige Vorsorgemaßnahmen gegen die ASP ergriffen. Teil der umfangreichen Präventionsmaßnahmen sind insbesondere ein Anreizprogramm zur intensiven Bejagung von Wildschweinen mit einer Aufwandsentschädigung von bis zu 100 Euro pro erlegtem Wildschwein und die Beschaffung von Zaunmaterial.

Insgesamt rund 900 Kilometer Zaunmaterial (Wildschutz-, Elektro- und Duftzäune) wurden bereits zentral für Bayern erworben. Auf einer Gesamtlänge von rund 500 Kilometern entlang der Bundesautobahnen im Gebiet der Grenze zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik wurden zudem feste Wildschutzzäune errichtet. Das Umweltministerium hat diese Maßnahme mit rund 400.000 Euro gefördert. Zu den umfangreichen Präventionsmaßnahmen gehören auch besondere Hinweise zu Hygienemaßnahmen und Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung.

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