Schweinemarkt

Schweinekrise: Berufsstand fordert umfangreiches Sofortpaket

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 13.10.2021 - 15:26

Schnelle Hilfen für Schweinehalter verlangt der Deutsche Bauernverband von Politik und Marktpartner.

Ferkelerzeuger-Rücken-Wand

In der derzeit existenzbedrohenden Lage der deutschen Schweinehaltung senden der Deutsche Bauernverband und seine Landesbauernverbände einen deutlichen Appell an die Politik. „Unsere Bauern brauchen dringend eine Perspektive, wie sie ihre Betriebe zukunftsfest aufstellen können,“ verlangt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Von seiten der EU-Kommission ist derzeit dagegen mit keiner Unterstützung zu rechnen.

Um notwendige Investitionen in mehr Tierwohl zu ermöglichen und den Betrieben Planungssicherheit zu geben, fordert er von der Politik, das Bau- und Umweltrecht anzupassen und die Finanzierung des Umbaus sicherzustellen.

Ebenso hält es der Deutsche Bauernverband für wichtig, die von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Bundesländer und Landwirte mit Nachdruck zu unterstützen und die ASP endlich konsequent zu bekämpfen. „Die Seuche ist von nationaler Tragweite und bedarf einer bundesweit einheitlichen Bekämpfungsstrategie“, so Rukwied.

Handel soll 5 mal D kennzeichnen

Der Veredelungspräsident des Deutschen Bauernverbandes, Hubertus Beringmeier, fordert eine ganzheitliche Umsetzung des Borchert-Plans: „Unser klares Ziel muss es sein, die Tierhaltung in Deutschland zu erhalten. Wir müssen auch für Betriebe eine Lösung finden, die den Umbau der Tierhaltung nicht umsetzen können, zum Beispiel aus baurechtlichen Gründen.“ Dafür fordern der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und das Landvolk Niedersachsen seit kurzem gezielte Umstrukturierungshilfen.

Um die aktuellen Verwerfungen auf dem Schweinemarkt in den Griff zu bekommen, sieht der DBV alle Marktpartner in der Pflicht, alles dafür zu tun, um die Schweinehaltung in Deutschland zu erhalten. Dazu gehöre auch eine Erweiterung der Initiative Tierwohl auf Fleisch- und Wurstwaren. Darüber hinaus bekräftigt der DBV seine langjährige Forderung nach einer verpflichtenden Haltungs- und Herkunftskennzeichnung im Sinne von „5 mal D“.

Soll das Bundesagrarministerium künftig eigenständig bleiben?

Choices