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Agrarexport

Schweinekrise: Aiwanger fordert mehr Engagement vom Bund

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 07.12.2021 - 06:30

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erwartet von neuer Bundesregierung Lösungen für Schweinefleischexporte nach China.

Aiwanger und Chinas-Generalkonsul

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) macht seiner Kollegin im Agrarressort, Michaela Kaniber (CSU), immer wieder politisch Konkurrenz, wenn es um Zukunftsperspektiven für Bayerns Schweinehalter geht. Vergangene Woche warnte er davor, dass Bayern nicht von Importfleisch abhängig werden dürfe, und riet Schweinehaltern Coronahilfen zu bantragen, Jetzt setzt er sich für bessere Exportmöglichkeiten für bayerisches Schweinefleisch nach China ein.

Bei einem Treffen mit dem neuen chinesischen Generalkonsul Tong Defa haben beide vereinbart, weiterhin zu prüfen, ob der Export von bayerischem Schweinefleisch nach China wieder ermöglicht werden kann, teilt das Wirtschaftsministerium mit. Bei dem Gespräch über die engere Zusammenarbeit Bayerns mit China bei verschiedenen Themen, beispielsweise Wasserstoff, brachte Aiwanger auch den gestoppten Export von Schweinefleisch auf die Tagesordnung. 

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Bund soll Thema forcieren

Wegen des Ausbruchs von Afrikanischer Schweinepest (ASP) im Osten Deutschlands, vor allem bei Wildschweinen, hat China den Import von deutschem Schweinefleisch gestoppt. Bayern ist zwar bisher nicht von der Seuche betroffen, aber China akzeptiert bisher keine innerdeutsche Regionalisierung und Abgrenzung der Gebiete, die vom Importverbot betroffen sind. Dagegen akzeptieren asiatische Länder wie Vietnam diesen Import von verarbeitetem Fleisch.

„Wir müssen dringend nach Lösungen suchen, um den bayerischen Exporteuren wieder den Zutritt zum chinesischen Markt zu ermöglichen,“ so Bayerns Wirtschaftsminister.

Für Bayerns Lebensmittelhandwerk, Landwirte und die Exportwirtschaft ist es nach Aiwangers Ansicht dringend nötig, Lösungen zu finden. „Neben meinen Gesprächen mit dem Generalkonsul ist auch die Bundesregierung gefordert, das Thema zu forcieren. China ist unser wichtigster Handelspartner, da kann man sich mit der jetzigen unbefriedigenden Lage nicht zufrieden geben,“ verstärkt er den Druck auf die künftige Ampelregierung, die am Mittwoch (6.12.) die Regierungsgeschäft von der Großen Koalition übernehmen wird.

Zuletzt 9 Prozent bayerisches Schweinefleisch nach China

Nach Zahlen aus dem Wirtschaftsministerium wurden knapp 70 Prozent des bayerischen Schweinefleisches zuletzt in den beiden Regierungsbezirken Niederbayern (220.600 Tonnen bzw. 48,3 Prozent) und Oberfranken (93.900 Tonnen bzw. 20,6 Prozent) erzeugt. Insgesamt betrug alleine im Jahr 2020 der deutsche Export von Fleisch nach China 533.815 Tonnen im Wert von 1,12 Milliarden Euro – bis September 2020 wurde auch Schweinefleisch exportiert.

Während beim Rindfleisch 2020 rund 29 Prozent der deutschen Schlachtmenge aus Bayern stammte, lag der Anteil beim Schweinefleisch bei neun Prozent. Trotz des im September verhängten Exportstopps war China 2020 noch der größte Abnehmer für Schweinefleisch aus Bayern.

Der Artikel wird aktualisiert und ergänzt.