Agrarpolitik

Schwarz kann sich Superministerium vorstellen

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 15.10.2021 - 12:44

Der DBV-Vizepräsident erhofft sich bessere Umsetzung der Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft. Zusammenarbeit auf Augenhöhe nötig.

Werner Schwarz

Eine Steilvorlage für die sondierenden Parteien SPD, Grüne und FPD zum Zusammenlegen des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit dem Umweltressort liefert der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Schwarz. Allerdings stellt er Bedingungen. Zumindest die FDP hat sich bisher jedoch gegen ein Zusammenlegen ausgesprochen.

Schwarz kann sich ein gemeinsames Landwirtschafts- und Umweltministerium im Bund vorstellen. Dies würde möglicherweise die Umsetzung der in der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) erarbeiteten Empfehlungen erleichtern, äußerte sich Schwarz gegenüber Nachrichtendienst Agra-Europe. Voraussetzung dafür wäre seinen Angaben zufolge jedoch, „dass die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, wie sie in der ZKL praktiziert wurde, auch in einem solchen Ministerium die Grundlage der Arbeit bilden würde“.

Soll das Bundesagrarministerium künftig eigenständig bleiben?

Choices

Die gegenüber den Empfehlungen der Zukunftskommission signalisierte Unterstützung der potentiellen künftigen Regierungsparteien will Schwarz an drei Punkten messen: einer Umsetzung der Vorschläge der Borchert-Kommission zur Weiterentwicklung der Tierhaltung einschließlich deren Finanzierung, der Einführung kooperativer Ansätze im Natur- und Umweltschutz nach niederländischem Vorbild sowie Signalen für einen offenen Umgang mit neuen Züchtungstechniken wie Crispr/Cas.

Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) spricht sich dafür aus, die in der ZKL praktizierte Zusammenarbeit der Agrar- und Umweltverbände weiter fortzuführen. Dies nutze insbesondere der Landwirtschaft, „weil es uns die große Chance gibt, in der öffentlichen Diskussion aus der Defensive herauszukommen und langfristig tragfähige Konzepte zu erarbeiten“.

Klar sei allerdings, dass der Kontakt gepflegt werden müsse, etwa durch regelmäßige informelle Gespräche der Verbandsspitzen. Er werbe in den eigenen Reihen mit Nachdruck dafür, den begonnenen Austausch zu verstetigen und zu intensivieren.

Mit Material von AgE