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Schon wieder Dampf im Kessel

Finnland
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Sepp Kellerer
am Donnerstag, 17.01.2019 - 13:10

Es ist schon wieder mächtig Dampf im Kessel in der agrarpolitischen Diskussion. Obwohl, der war eigentlich nie abgelassen worden.

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Den Milcherzeugern hat kurz vor den Feiertagen das Vorpreschen einiger Marktakteure in Sachen Anbindehaltung die Weihnachtsstimmung ziemlich vermiest. Aber die sind Gott sei Dank wieder an den Gesprächstisch zurückgekehrt.

Bei den Fleischerzeugern könnte die Einigung auf eine einheitliche Kennzeichnung der Haltungsform für ein wenig mehr Durchblick und etwas Ruhe sorgen, wurde die doch im Rahmen der Initiative Tierwohl auf den Weg gebracht. Und damit kann dieses Kennzeichnungssystem doch auf eine große Tiefe und eine große Breite bei den Marktteilnehmern bauen.

Umsomehr darf man jetzt gespannt sein auf das lange angekündigte Tierwohllabel aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Wird es mit der Haltungskennzeichnung kompatibel sein oder wird es sich da um einen Querschuss handeln. Bewerten lässt sich dieses Label selbstverständlich erst dann, wenn es tatsächlich auf dem Tisch liegt. Ich bin gespannt, wann das sein wird.

Bei den Ferkelerzeugern hat man gemeint, man könne mit der Verlängerung bei der betäubungslosen Kastration ein wenig durchschnaufen. Weit gefehlt. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie die Vollnarkose bevorzugt. Bei der örtlichen Betäubung ist sie immer ausgewichen. Und jetzt scheint ihre Partei sich langsam auf diese Sichtweise einzurichten. Der agrarpolitische Sprecher der CDU im Bundestag jedenfalls beziffert die Chancen des vierten Weges auf unter 50 Prozent. Es reiche schlichtweg die Zeit nicht mehr. Ja verdammt nochmal, wer hat denn die die letzten Jahre vertändelt? Die Bauern jedenfalls nicht!

Es wird immer schwieriger abzuschätzen, wann der nächste Schuss kommt und aus welcher Richtung er abgefeuert wird. O.K., dass vor der Grünen Woche in Berlin, die Geschütze aufgefahren werden, das sind wir inzwischen gewohnt. Vergleicht man die Situation mit der vor ein paar Jahren, sind die Kaliber auch noch einigermaßen verdaulich. Unabhängig davon fahre ich immer wieder gerne nach Berlin, um mir die Kreativität und Leistungsfähigkeit der Land- und Ernährungswirtschaft auf diesem Planeten live vor Augen zu führen. Und trotz aller Neugier und Offenheit, ich gebe es ganz ehrlich zu: Ein Highlight ist dabei immer wieder die Bayernhalle.