Digitalisierung

Schlechtes Netz bremst Bauern aus

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 24.08.2021 - 17:38

Immer mehr Bauern sind mit ihrer Internetanbindung unzufrieden. Es gibt aber auch Ausnahmen. Masterplan für Ausbau gefordert.

Internet

Die Landwirte in Deutschland sind mit ihrer Internetversorgung weiter unzufrieden. Das zeigen aktuelle Ergebnisse des DBV-Konjunkturbarometers. 46 Prozent der im Juni 2021 repräsentativ befragten Landwirte sehen in einer unzureichenden Internetversorgung ein Haupthemmnis bei der weiteren Digitalisierung der Landwirtschaft. Zwei Jahre zuvor waren es nur 39 Prozent der befragten Landwirte.

Mit Ausnahme von Landwirten in Schleswig-Holstein, dem Bundesland mit der derzeit höchsten Breitbandverfügbarkeit in Deutschland, wird die unzureichende Internetversorgung von den Landwirten in allen Bundesländern deutlich häufiger als Hindernisgrund genannt. Der Netzausbau kann offensichtlich nicht Schritt halten mit den Anforderungen der Landwirte und des ländlichen Raums.

„Angesichts des lange bekannten und immer weiter wachsenden Bedarfs brauchen wir einen echten Masterplan für eine konvergente, wirklich flächendeckende und leistungsfähige Breitband-Infrastruktur im ländlichen Raum“, fordert DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken. Für die Land- und Forstwirtschaft biete ein hochleistungsfähiges Internet in der Fläche großes Potenzial für eine ressourcen- und klimaschonende Landbewirtschaftung, für mehr Biodiversität und für weiter verbesserte Bedingungen der Nutztierhaltung.

Mehr als zwei Drittel sehen Chancen

Eine wachsende Mehrheit der Landwirte sieht in der Digitalisierung eine große Chance. Nach den Befragungsergebnissen im Juni 2021 sehen 70 Prozent der befragten Landwirte in der Digitalisierung eine Chance für den eigenen Betrieb. Im Juni 2019 waren es noch entsprechend 62 Prozent. Für nur 9 Prozent der Landwirte überwiegen die Risiken (Juni 2019 8 Prozent). Der Rest steht der Digitalisierung indifferent gegenüber.

Zu den TOP-3-Hemmnissen der Digitalisierung der Landwirtschaft sehen 53 Prozent der Landwirte neben einer unzureichenden Internetversorgung in den „hohen Investitionskosten“ das Haupthemmnis. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent. Mit großem Abstand in den Nennungen folgen dann an dritter und vierter Stelle die „Sorge um die IT-Sicherheit und Datensicherheit“ (31 Prozent) sowie „um den Verlust der Hoheit über die eigenen Daten“ (28 Prozent). Die entsprechenden Werte für Juni 2019 lagen bei 30 bzw. 24 Prozent.

Digitale Kompetenzen werden immer selbstverständlicher. Nur etwa jeder fünfte Landwirt (19 Prozent) sieht unzureichende Kompetenzen nur noch zu einem geringen Teil als Digitalisierungshemmnis. Berührungsängste gegenüber digitalen Technologien haben aktuell nur noch von 18 Prozent der Landwirte. Im Juni 2019 aber waren es noch entsprechend 19 Prozent der Landwirte.

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