Schlachtindustrie

Schlachthof: Söder und Kaniber fordern Umbau

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 06.07.2020 - 05:00

Die Diskussion um die Schlachthofstrukturen hält an. Ministerpräsident Markus Söder und seine Agrarministerin Michaela Kaniber sehen hier Bayern als Vorbild.

Schlachthof-Rinder-Schlachtband

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber fordert einen bundesweiten Umbau der Schlachthof-Strukturen nach bayerischem Vorbild. „Die großen Strukturen, die wir in anderen Bundesländern vorfinden, sind nicht zukunftsfähig. Wir müssen bundesweit davon wegkommen", sagte die Ministerin. Auch Unionspolitiker der CDU/CSU befürworten auf Bundesebene kleinere Schlachthöfe.

Dezentrale Lösungen seien das Gebot der Stunde. Bayern kann laut Kaniber mit seinen zahlreichen regionalen Schlachthöfen dafür schon jetzt die Blaupause für die notwendige Neuausrichtung liefern. Das seien die besten Voraussetzungen für eine Agrarwende wie sie Ministerpräsident Dr. Markus Söder angeregt habe. "Sein Vorschlag ‚Agrar-Ökologie statt Agrar-Kapitalismus‘ bestärkt unseren Weg“, sagte Kaniber.

Ein Drittel der Schlachtstätten sind in Bayern

Die Ministerin verweist darauf, dass Bayern mit seinen 1.800 EU-zugelassenen Schlachtstätten schon jetzt rund ein Drittel aller Schlachtstätten in ganz Deutschland stellt. „Das sorgt für kurze Wege und Transparenz.“ Regionale Erzeuger und Schlachtbetriebe fänden so schneller zusammen, die Verbraucher können sich besser informieren, wo ihr Fleisch herkomme. Nach Auffassung Kanibers können die Partner in der Kette noch besser zusammenfinden und die kleinteiligen Strukturen gezielt stärken.

Kaniber wird mit einer durchgängigen Strategie zur Regionalvermarktung verstärkt für mehr Sicherheit und Stabilität auf dem Fleischmarkt sorgen. Dezentrale Strukturen und regionale Wertschöpfungsketten dagegen gäben mehr Stabilität und sicherten die regionale Versorgung mit Lebensmitteln. Das stärke auch das Vertrauen der Verbrauche“, meinte Bayern Agrarministerin. 

Die Politik wolle beste Voraussetzungen dafür schaffen, damit alle Beteiligten ihrer Verantwortung in der Wertschöpfungskette gerecht werden können.