Tierschutz

Schlachthöfe in Niedersachsen auf der Anklagebank

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Ulrich Graf
am Mittwoch, 21.11.2018 - 14:20

In den vergangenen vier Wochen gab es zwei Fälle von Vorwürfen gegen Schlachtbetriebe in Bad Iburg und Oldenburg. Nun ist ein dritter in Laatzen an der Reihe.

Das Deutsche Tierschutzbüro informierte gestern per E-Mail das niedersächsische Landwirtschaftsministerium über vermeintliche Verstöße gegen das Tierschutzrecht auf einem Schlachthof in Laatzen bei Hannover. Mit versteckten Kameras sollen dort Schweine gefilmt worden sein, bei denen elektrische Treibhilfen in unzulässiger Weise eingesetzt worden sind. Ein dreiminütiger Zusammenschnitt des Videomaterials wurde dem Ministerium ebenfalls übermitteln. Das Tierschutzbüro soll Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Hannover gestellt haben.

Aufgrund der Schilderung der angeblichen Verstöße wurde die Strafanzeige des Tierschutzbüros vom Ministerium gestern zusätzlich an die Staatsanwaltschaft Oldenburg - Zentralstelle für Landwirtschaftsstrafsachen weiter geleitet.

Maßnahmen zur Verhinderung von möglichen Verstößen stimmt die Region Hannover als zuständige Behörde mit dem Fachministerium ab.

Vorhandenes betriebseigenes Bildmaterial soll nun in Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft von Fachleuten des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gesichtet werden.

Bei den beiden vorher bekannt gewordenen Fällen ging es um Tierschutzverstöße beim Zutrieb und bei der Betäubung bei Rindern.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast kündigte daraufhin im Landtag an, dass sie eine Bundesratsinitiative für die Kameraüberwachung in Schlachtbetrieben anstoßen wird; das Bildmaterial soll auch zuständigen Überwachungsbehörden zur Verfügung gestellt werden. Außerdem möchte sie, dass neben den Eigenkontrollen auch risikobasiert amtliche Kontrollen „vom Hänger bis zum Haken" stattfinden. Zu einem Gespräch mit Vertretern der Fleischwirtschaft hat Ministerin Otte-Kinast heute ins Ministerium geladen.