Digitalisierung

Scheuer will den Drohneneinsatz für Landwirte erschweren

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 07.01.2021 - 05:00

Nach einem Gesetzesentwurf aus dem Verkehrsministerium könnten Landwirte Drohnen kaum noch einsetzen.

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Nach einem Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums würde der Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft nicht mehr so einfach wie bisher möglich sein. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad hält das Gesetzesvorhaben für einen  „herben Rückschlag für die Digitalisierung der Landwirtschaft und des Weinbaus in Deutschland“.

Mit dem Entwurf will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die nationalen Regeln, an die Durchführungsverordnung der EU-Kommission zum Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge mit Blick auf den Einsatz von Drohnen anpassen.

In einem offenen Brief forderte die Liberale Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gestern auf, sich für eine Korrektur des Entwurfs im Sinne der Branche einzusetzen.

EU-Regeln lassen Spielraum

Im Einzelnen kritisierte die liberale Abgeordnete, dass es für die Landwirtschaft nicht mehr möglich sein würde, mit "Drohnen Nützlinge wie Maiszünsler abzuwerfen, gezielt zu düngen und partiellen Pflanzenschutz" zu betreiben. Zu befürchten sei, dass für Ausbringungsarbeiten Sondergenehmigungen eingeholt werden müssten. Lediglich Beobachtungsflüge, Aufzeichnungen und Wildschutz in Wiesen könnten vom Landwirt noch legal mit Drohnen erledigt werden.

Die EU-Regelungen geben der FDP-Abgeordneten zufolge indes Spielraum für den standardmäßigen Einsatz dieser Geräte für den Pflanzenschutz, der in anderen Ländern bereits genutzt werde.

Die Ankündigungen der Bundesagrarministerin Klöckner, sich für die Digitalisierung in der Landwirtschaft und im Weinbau einzusetzen und Drohnen insbesondere für die Bewirtschaftung von Steillagen zu fördern, würden mit dem Referentenentwurf konterkariert, so Konrad.

Mit Material von AgE