Erntehelfer

Saisonkräfte: Rukwied fordert 115-Tage-Regelung

Josef Koch
Josef Koch
am Dienstag, 30.03.2021 - 16:31

Die Spargelsaison startet bereits, aber für Saisonkräfte gilt immer noch die 70-Tage-Regelung. Der Druck auf eine Verlängerung wächst.

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Zu Beginn der diesjährigen Spargelsaison macht der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, nochmals beim Bund Druck bei der 70-Tage-Regelung. „Wir stehen kurz vor Beginn der Obst- und Gemüsesaison und müssen die Versorgungssicherheit gewährleisten. Daher fordern wir die Bundesregierung auf, eine versicherungsfreie Beschäftigung für bis zu 115 Tage zuzulassen und so einen Anreiz für eine längere Beschäftigung von inländischen und ausländischen Saisonkräften zu schaffen“, so der Bauernpräsident.

Nur so können die Betriebe laut Rukwied pandemiebedingte Personalengpässe zumindest teilweise ausgleichen durch geringere Personalwechsel das Infektionsrisiko senken. „Ohne diese Unterstützung könnten wir unsere Bevölkerung nicht mit frischen, heimischen Lebensmitteln versorgen, auch nicht mit dem geliebten Spargel“, macht Rukwied deutlich, wie wichtig Saisonarbeiter für die deutsche Landwirtschaft sind.

Heimischer Spargel bevorzugt

Die Spargelsaison startet in diesem Jahr Ende März, die derzeitigen Wetterbedingungen sind ideal. Ab der zweiten Aprilwoche wird mit einem steigenden Angebot an deutschem Spargel gerechnet. Bei diesem Gemüse ist der Importanteil niedrig. In Deutschland liegt der Selbstversorgungsgrad bei über 80 Prozent, was zeigt, dass die Spargelliebhaber vor allem heimische und regionale Ware bevorzugen. Für Joachim Rukwied keine Überraschung: „Der beste Spargel kommt aus Deutschland und am besten frisch und direkt vom Bauern.“

In Deutschland wird Spargel auf über 22.500 Hektar angebaut, geerntet wurden im vergangenen Jahr 117.000 Tonnen des Gemüses. Damit ist Spargel gemessen an der Anbaufläche das Freilandgemüse Nr. 1 in Deutschland. Die Spargelernte endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag.