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Düngeverordnung

Rote Gebiete: Niedersachsens Bauern fordern Korrekturen

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 11.01.2022 - 10:23

Aktuelles Düngungsverhalten soll stärker berücksichtigt werden. Weniger Wirtschafts- und N-Dünger ausgebracht.

Niedersachsens Bauern pochen auf eine Änderung der überzogenen Düngungsauflagen in Roten Gebieten. Der Landvolkverband Niedersachsen verweist dabei auf den rückläufigen Dung- und Nährstoffanfall aus der Tierhaltung sowie den gesunkenen Einsatz von stickstoffhaltigen Mineraldüngern in der Landwirtschaft. Dieser ist so gering wie seit den 1960er Jahren nicht mehr.

Eine ausführliche Dokumentation erfolgt über den Nährstoffbericht 2020/21 für Niedersachsen, den Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) für März 2022 angekündigt ist. „Unsere Tierhalter und Ackerbauern sehen in einigen Bereichen, dass das Korsett an Regelungen über das notwendige Maß deutlich hinausgeht und sehen sich durch die neuen Ernteergebnisse darin bestätigt, dass durch suboptimale Düngung auch Ertrags- und Qualitätseinbußen eingetreten sind“, erklärt Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies.

Hennies: Özdemir muss Ergebnisse in Brüssel vorlegen

„Wir können und müssen von der Politik in Hannover, Berlin und Brüssel erwarten, dass die aus Sicht des Gewässerschutzes sehr positive Entwicklung im Nährstoffbereich auch honoriert wird“, fordert Hennies.

Überzogene Düngeregelungen wie die Kürzung der Stickstoffdüngung in den Roten Gebieten müssen nach Hennies Ansicht den Gegebenheiten entsprechend zurückgenommen werden. Denn inzwischen laufe man hier Gefahr, Raubbau an der erreichten Bodenfruchtbarkeit zu betreiben.
Der Landvolkpräsident fordert Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf, die Ergebnisse aus dem Nährstoffbericht mit in die Verhandlungen zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie nach Brüssel zu nehmen.

Fast 40% weniger N-Dünger in fünf Jahren

Der Dung- und Gärrestanfall betrug in Niedersachsen nach Landvolk-Angaben zuletzt 56 Mio. t und ist unter anderem wegen der Aufgabe der Tierhaltung in vielen Betrieben tendenziell weiter rückläufig.

Der sich ebenfalls seit 2017 abzeichnende Rückgang beim Stickstoff-(N)-Mineraldüngerabsatz hält in Niedersachsen an und hat nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes einen neuen Tiefstand seit dem Bestehen der Düngeverordnung im Jahr 1996 von rund 186.000 t N-Mineraldüngerabsatz im Land erreicht. Gegenüber einem Höchststand von fast 295.000 t im Wirtschaftsjahr 2016/17 entspricht das einer Verringerung um fast 40 Prozent in nur fünf Jahren.

An den Grundwassermessstellen wird sich diese Situation wegen der langen Fließzeiten des Sickerwassers durch den Boden aber erst in einigen Jahren widerspiegeln. Daher fordert das Landvolk eine bessere Berücksichtigung des Düngeverhaltens von Landwirten bei der Bewertung des Gewässerzustandes.

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