Düngeverordnung

Rote Gebiete: BBV verlangt nachvollziehbare Abgrenzung

Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Montag, 29.06.2020 - 14:13

Auch wenn die Verordnung für rote Gebiete einige Verbesserungen vorsieht, fordert der BBV noch ein Nachschärfen.

Düngung

Der BBV unterstützt die geplante stärkere Binnendifferenzierung, die der aktuelle Entwurf der Bundesverwaltungsvorschrift zum Abgrenzen der nitratsensiblen Gebiete („rote Gebiete“) vorsieht. Noch bis 13. Juli läuft die Verbändeanhörung.

„Wichtig aus Sicht der Landwirte ist, dass die neue Kulisse nachvollziehbar, regional differenziert und verursachergerecht auf die tatsächlich belegbaren Bereiche mit Handlungsbedarf für die Landwirtschaft eingegrenzt wird“, macht Stefan Köhler, Vorsitzender des Landesfachausschusses für Umweltfragen im Bayerischen Bauernverband, deutlich.

Sanierungserfordernis ist nachzuweisen

Vor dem Hintergrund der deutlich verschärften Maßnahmen für rote Gebiete ab 2021 spricht sich der BBV dafür aus, dass diese nicht mehr auf Basis des Vorsorgeansatzes abgegrenzt werden dürfen, sondern eine Sanierungserfordernis nachgewiesen werden muss.

„In Gebieten, in denen dies nicht eindeutig belegt werden kann – und sei es nur aufgrund fehlender oder zweifelhafter Daten und Messwerte – dürfen Betriebe nicht mit den weitreichenden Auflagen der roten Gebiete belastet werden“, fordert Köhler.

Positiv sieht der BBV, dass nun die Aktualität von Daten vorgegeben und eine vierjährige Überprüfung vorgeschrieben werden soll. „Wichtig ist, dass Anforderungen an Messstellen eindeutig definiert werden, wobei die Kriterien für die in Bayern vielfach umstrittenen Quellmessstellen nach wie vor unzureichend sind“, sagt Köhler.

Einzelbetriebliche Ausnahmen müssen möglich sein

Problematisch sieht der BBV die Tatsache, dass die Messnetzdichte in nitratsensiblen Regionen für die in der Bundesverwaltungsvorschrift vorgesehenen Regionalisierungsverfahren aktuell vielfach zu gering ist und dass die bundeseinheitlich vorgesehenen Modelle zum Berechnen des landwirtschaftlichen N-Saldos nach wie vor keine für Bayern verwertbaren Daten liefern.

Darüber hinaus sind aus Sicht des Verbandes nach wie vor Ansätze notwendig, um einzelbetriebliche Ausnahmen für Betriebe mit besonders optimiertem Nährstoffmanagement sowie die Teilnahme an Wasserkooperationen anzuerkennen. „Ebenso braucht es für die Modellierung spezielle Lösungen, die den Herausforderungen in Gebieten mit wenig Niederschlag gerecht werden“, fügt Köhler hinzu.

Da ab 1. Januar 2021 zusätzliche Maßnahmen in nitratsensiblen Gebieten einzuhalten sind, brauchen die Betriebe es für Anbauplanung und Nährstoffmanagement möglichst schnell Klarheit. Bund und Länder stehen in der Verantwortung, die Verwaltungsvorschrift schnellstmöglich zu erlassen und die neuen Gebietskulissen bekannt zu machen.