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Düngeverordnung

Rote Gebiete: Bauern gehen auf die Barrikaden

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 25.01.2022 - 12:39

Demo in Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. LsV Deutschland kündigt Widerstand gegen drohende Novelle der Verwaltungsvorschrift (AVV) an.

Bauernprotest-Schlepperdemo-Stuttgart

Den Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern reicht´s. Grund ist die Novelle der Landesdüngerverordnung, wonach künftig 46% statt 13% der Fläche als Rote Gebiete gelten sollen. Am kommenden Freitag (28.1.) wollen sie in der Landeshauptstadt Schwerin einen Schlepper-Korso veranstalten. Die Novelle ist notwendig, weil das Oberverwaltungsgericht Greifswald die derzeitige Verordnung wegen Verfahrensfehler als ungültig erklärte.

Wie der Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, werden Landwirtinnen und Landwirte gegen den neuen Entwurf der Düngelandesverordnung, gegen willkürliche Sanktionen und ausufernde Vorschriften sowie für Respekt und Wertschätzung demonstrieren. Ab 9.20 Uhr werden die Traktoren im Konvoi auf ihrer Route rund um Schwerin starten und die Hauptstadt zwei Stunden lang umschließen. Zeitgleich startet um 10 Uhr eine Kundgebung vor der Staatskanzlei mit Übergabe einer Petition an Agrarminister Till Backhaus und die Landesregierung.

Daneben will der Berufsstand auch auf die desaströse Situation der Tierhalter im Land aufmerksam machen. „Lasst uns gemeinsam laut werden gegen eine Politik der Willkür“, lautet das Motto der Aktion.

Unmut der Bauern wächst auch in anderen Regionen

Unmut über die drohende bundesweite Ausdehnung der Roten Gebiete macht sich auch bei Landwirtschaft verbindet Deutschland (LsVD) breit. „Nach intensiven Gesprächen, Verhandlungen und Diskussionen haben politisch Verantwortliche eingestanden, dass bei der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie so ziemlich alles schief gelaufen ist, was schief laufen konnte“, meint LsVD-Düngerexperte Dirk Koslowski.

Nach seiner Ansicht zeichnet sich hier eine beispiellose Aneinanderreihung von Willkür, Untätigkeit und Unfähigkeit ab. Eine Vielzahl von Landwirtinnen und Landwirten können laut LsVD daher diese, zum Teil ebenfalls auf Modellierungen zurückzuführenden, aktuellen oder zukünftigen Gebietskulissen nicht akzeptieren. Koslowski kündigt den anhaltenden Widerstand der Landwirtinnen und Landwirte an, weil sie als Verursacher nicht in Frage kämen und ihre Pflanzen auch weiterhin nach guter fachlicher Praxis bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgen wollten.

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