Statistik

Rinderbestand in Bayern sinkt unter drei Millionen Tiere

Futtermittel
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Dienstag, 30.06.2020 - 12:25

Damit verzeichnet Bayern den niedrigsten Bestandswert seit 69 Jahren.

Zum Stichtag 3. Mai 2020 gab es in Bayern 2.963.812 Rinder in 42.085 Haltungen. Das ergab eine Auswertung des Verwaltungsverfahrens „Herkunftssicherungs- und Informationssystem Tier (HIT)“ durch das Bayerische Landesamt für Statistik.

Die Zahl der Rinderhaltungen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent  (-1.168  Haltungen) gesunken. Der Rinderbestand verringerte sich um 2,4 Prozent  (-71.536 Tiere). Die durchschnittliche Rinderzahl je Haltung lag im Mai 2020 bei 70 Rindern und ist damit konstant geblieben.

Vor allem Milchviehhalter geben auf

Milchkühe stellen mit 1.119.195 Tieren einen Anteil von 37,8 Prozent am gesamten Rinderbestand dar. Der Milchkuhbestand ging damit gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent (-26.970 Tiere), die Zahl der Haltungen sogar um 4,6 Prozent  (-1.306 Haltungen) auf nun 26.899 Milchkuhhaltungen zurück. Die Zahl der Kühe je Milchkuhhaltung ist um ein Tier auf 42 Milchkühe gestiegen.

Die sonstigen Kühe (Ammen- und Mutterkühe) blieben mit 7.339 Haltungen und 68.472 Kühen auf Vorjahresniveau.

Die Zahl der Kälber und Jungrinder umfasste zum 3. Mai 2020 insgesamt 860.324 Tiere, was einem Rückgang von 3,0 Prozent zum Vorjahresmonat entspricht. Bei Rindern von einem Jahr bis unter zwei Jahren wurde ein Bestand von 713.302 Tieren ermittelt. Den Hauptanteil stellten dabei mit 72,1 Prozent (514.409 Rinder) weibliche Tiere, wovon wiederum 85,5 Prozent (439.573 Rinder) für Zucht und Nutzung vorgesehen waren und 14,5 Prozent (74.836 Rinder) für die Schlachtung.

Es gab 202.519 Rinder, die zwei Jahre oder älter waren. Davon sind 7,5 Prozent (15.251 Tiere) Bullen oder Ochsen und 92,5 Prozent weibliche Rinder (187.268 Tiere). Von den weiblichen Rindern sind 92,9 Prozent (173.980 Tiere) für die Zucht und Nutzung vorgesehen und 7,1 Prozent (13.288 Tiere) für die Schlachtung.

Allzeittief steht bevor

Bayern

Die Aufzeichnung der Rinderbestände in der Destatis-Datenbank reicht bis ins Jahr 1950 zurück. Damals betrug die Zahl der Rinder 2.948.586 in Bayern. Sie stieg im Laufe der Jahre stetig an. 1985 erreichte sie mit 5.219.576 Tieren ihren Höhepunkt. Seitdem geht es mit leichten Ausschlägen nach oben und unten stetig abwärts. Im Jahr 2020 befindet sich die Rinderzahl in Bayern mit 2.963.812 Tieren auf dem Niveau von 1950. Gegenüber dem Höchstwert von 1985 ist der Bestand um 47 % gesunken.

Mit der seit Mai 2020 gültigen Neufassung der Düngeverordnung ist ein weiterer Bestandsabbau zu erwarten. Bereits nächstes Jahr könnte damit ein Allzeittief erreicht werden.