Qualitätssiegel

Reger Zulauf für strengere Siegelvorgaben

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 10.12.2020 - 08:58

Über 50.000 Unterschriften unterstützen die Petition für strengere Vorgaben für das bayerische Qualitätssiegel.

Gütesiegel-Bayern-Petition

Bei der Petition für strengere Vorgaben für das Siegel „Qualität aus Bayern“ haben laut AbL-Bayern schon mehr als 50.000 Menschen unterschrieben. Im September hatten zahlreiche Verbände eine Petition zur Qualifizierung des bayerischen Qualitäts- und Herkunftssiegels an die Bayerische Staatsregierung und den Bayerischen Landtag gestartet.

Angesichts der fortdauernden Bauernproteste für gerechte Erzeugerpreise und den heute stattfindenden Trilogverhandlungen zur Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik sieht die AbL ihre Petition als wichtigen Baustein für den konkreten Wandel in Bayern.

Bestärkt sehen sich die Verbände in ihrer Ansicht, auch wegen der aktuell schwierigen Situation der landwirtschaftlichen und vor allem der schweinehaltenden Betriebe. Aufgrund der Verwerfungen der Coronakrise mit Stau in den Schlachthöfen, der Absatzprobleme wegen der Schließung der Gastronomie und aufgrund der Afrikanischen Schweinpest mit Exportausfällen sind viele Bauernhöfe in ihrer Existenz bedroht. Das System der Billig-Landwirtschaft mit Exportorientierung muss nach AbL-Meinung zeitnah überwunden werden.

Welche Auflagen verschärft werden sollen

Nur eine regionale Qualitätslandwirtschaft könne die Höfe wirklich krisenfest machen. Dafür bietet das bayerische Siegel derzeit viel zu lasche Kriterien, wie nur die „Verwendung qualitätsgesicherter Futtermittel“ ohne Herkunftsangabe. Aber wo Bayern draufstehe, müsse auch Bayern drin sein, so die AbL Bayern.

Die Petition will kein Tierfutter aus dem Regenwald. Futtermittelimporte führten in den Anbauländern zu Umweltproblemen, agrarindustriellen Strukturen, Nahrungsmittelkonkurrenz und sozialen Konflikte, so die Initiatoren. Ebenso im bayerischen Siegel keine gentechnisch veränderten Futtermittel erlaubt sein. Rund 80 % des weltweiten Sojas sind gentechnisch verändert. Zudem macht sich die Verbändeallianz für eine artgerechte Tierhaltung mit ausreichend Platz für die Tiere stark. Das bayerische Qualitätssiegel soll an höhere Tierschutzstandards angepasst werden. Finanzierungsvorschläge wie die „Tierwohlabgabe“ zeigen einen für die Landwirte gangbaren Weg des Umbaus auf. Sie müssen einkommenswirksam gestaltet werden, so die Forderung.

Die Petition ist auf zwei Onlineportalen change.org und openpetition.de zu finden. Die Sammlung wird weiter fortgeführt. Das Einreichen der Petition ist im neuen Jahr geplant.