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Technikneuheit

Rad und Raupe

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Helmut Süß
Helmut Süß
am Freitag, 02.10.2020 - 14:50

Cleverer und effizienter Großtraktor: Den neuen Axion 900 gibt es auch als Halbraupe Terra Trac unter anderem für bessere Traktion. Mehr ‚Grip‘ kann auch mit der dynamischen Reifendruckanlage erreicht werden.

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Der Landtechikhersteller Claas stellte letzte Woche den Fachjournalisten seine Neuheiten im Praxiseinsatz vor. So wird beim neuen Axion 900 nun das interaktive Assistenzsystem Cemos mit der werksseitig verfügbaren CTIC-Reifendruckregelanlage kombiniert. Aber auch unter der Motorenhaube hat sich etwas getan.

Die Axion-900-Serie erreicht mit dem 8,7 l großen Cursor-9-Sechszylinder-Motor von FPT jetzt die Abgasstufe V. Je nach Modell liefert der Motor maximal 325 bis 445 PS, wobei mit dem Niedrigdrehzahlkonzept das Spitzendrehmoment von 1600 bis 1860 Nm bereits bei 1400 U/min erreicht werden soll. Die Leerlaufdrehzahl beträgt niedrige 650 U/min.

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Bei einem Leergewicht von 12,5 t ist eine zusätzliche Ballastierung für schwere Zugarbeiten notwendig. Das maximal zulässige Gewicht beträgt 18 t. Mit 11 t Hubkraft im Heck und wahlweise 5,0 oder 6,5 t Hubkraft vorne gehören die Axion 900 laut Claas zu den stärksten Gewichthebern ihrer Klasse.

Der Axion 960 Terra Trac ist laut Claas der weltweit erste vollgefederte Halbraupen-Großtraktor. Dank des aktiven Lenkeingriffs in die Banddrehzahlen ist ein enges, bodenschonendes Einlenken und ein Wenden ohne Bodenaufwerfungen möglich. Bei 16,5 t Leergewicht beträgt das maximal zulässige Gesamtgewicht 22 t – auch bei Straßenfahrt bis 40 km/h Endgeschwindigkeit. Die 3 m Außenbreite werden auch mit den breitesten Bändern mit 890 mm nicht überschritten.

Acker und Straße benötigen unterschiedliche Reifeninnendrücke: Mit der CTIC-Ansteuerung ist erstmals in Interaktion mit weiteren Parametern wie der Ballastierung und unter Berücksichtigung sensorisch erfasster Daten am Traktor eine intelligente, dynamische Reifeninnendruckanpassung möglich. Somit sollen Radschlupf, Schadauswirkungen auf den Boden und der Dieselverbrauch reduziert und die Flächenleistung gesteigert werden. Die Optimierung erfolgt stets in Korrespondenz mit dem Fahrer.

Durch die hohe Förderleistung der CTIC-Anlage mit bis zu 2800 l Luft je Minute sind z. B. mit 600/70 R28- und 710/70 R38-Reifen für den Druckaufbau von 0,8 auf 1,8 bar nur eine Minute und 20 Sekunden notwendig. Zudem ist für angehängte Geräte wie gezogene Feldspritzen und für Anhänger eine integrierte Regelung der Reifeninnendrücke vorhanden. Die neue Generation CTIC bleibt dank Steckkupplungen an den Drehüberträgern STVZO-konform. Eine TÜV-Abnahme oder spezielle Homologation des Traktors ist nicht notwendig. Über Schnellspanner lassen sich die Rohrleitungen einfach teleskopieren und mittels einer Parkposition auf den Kotflügeln arretieren.

Die Cemos-Bedienung lernt selbstständig dazu

Das Cemos-Bedienkonzept lotet aktiv das Verbesserungspotenzial aus und gibt Vorschläge an den Fahrer weiter. Cemos soll als erstes interaktives und selbstlernendes Fahrerassistenz- und Maschinenoptimierungssystem auf Traktoren eine deutliche Effizienzverbesserung gegenüber der manuellen Einstellung ermöglichen. Laut Claas zeigen erste Erfahrungen aus der Praxis in der Bodenbearbeitung Einsparungen beim Dieselverbrauch im zweistelligen Bereich oder Steigerungen der Flächenleistung in einer ähnlichen Größenordnung. Zudem sei es möglich, für zahlreiche Pflugtypen die Einstellung zu optimieren. Cemos ist optional ebenfalls in den Baureihen Axion 800 sowie Arion 500 und 600 erhältlich.

Der Maishäcksler wird voll straßentauglich

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Zur Saison 2021 erneuert Claas das Spitzenmodell seiner reihenunabhängigen Orbis-Vorsätze für den Jaguar. Augenfällig neu ist die Transportbreite von nur 3 m, was jetzt Straßenfahrten ohne Ausnahmegenehmigung ermöglicht. Bei der Klappung des fünfteiligen Rahmens des Orbis 900 wird der voll integrierte Transportschutz mit Warnaufklebern und Beleuchtung automatisch in Feld- oder Straßenposition geschwenkt. Der gesamte Klappvorgang dauert lediglich 30 Sekunden, zudem ist ein Absteigen des Fahrers nicht notwendig. Die Sicht nach vorne und zu den Seiten ist beim Straßentransport ohne gravierende Einschränkungen möglich.

Am Feld ist mit dem neuen Maisvorsatz auch das Ernten von Lagermaisbeständen möglich. Dazu sind Seitenverkleidungen, hydraulisch angetriebene Lagermaisschnecke, Lagermaiskegel für die äußeren Transportscheiben, eine verlängerte Mittelspitze sowie Spitzenverlängerungen lieferbar. Dank des flachen, zweistufig einstellbaren Anbauwinkels und der flachen Bauweise sollen Stoppelhöhen von minimal 85 mm erreichbar sein.

In Kombination von kleinen wie großen dreistufigen Transportscheiben kann das 8,93 m breite Orbis 900 sowohl zum Ernten von Mais als auch zur Ganzpflanzensilage genutzt werden. Der V-förmige Pflanzentransport wird durch je zwei Förderkegel pro Seite auf den Wendetrommeln unterstützt. Pflanzenverluste und Doppelschnitte sollen durch unterschiedliche Drehzahlen vermieden werden. Der Pendelrahmen mit +/- 5°-Ausgleich soll in Verbindung mit dem hydraulischen Pendelausgleich Auto Contour für eine gute Flächen- bzw. Bodenanpassung sorgen.

Transport- und Ladetechnik

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Für Transportgespanne bietet Claas neue Features bzw. für Cargos Kombi- und Häckseltransportwagen neue Ausstattungsoptionen wie das Isobus-taugliche Cemis 700 Universalterminal, Bordwandaufsatz für den Kombiwagen 8400 oder eine mechanisch-hydraulische Zwangslenkung. Auch für den landwirtschaftlichen Güterumschlag hat das nordrhein-westfälische Unternehmen bislang zehn Agrar-Radlader von 5 bis 21 t Einsatzgewicht im Programm. Dieses Torion-Programm wird zum Herbst 2020 um eine neue Baureihe ergänzt. Der Teleskop-Radlader 738 T Sinus hat einen Schaufeldrehpunkt bei 4,96 m, die maximale Reichweite beträgt 2,69 m. Dank der Kombination von Knick- und Hinterachslenkung wird eine sehr gute Wendigkeit bei geringem Knickwinkel von maximal 30° zu jeder Seite erzielt. Der Wenderadius außen beträgt daher 4,22 m, der innere Wenderadius lediglich 1,49 m.