Gesunde Tiere

QS-Bauern brauchen weniger Antibiotika

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am Montag, 13.09.2021 - 17:05

Der Antibiotikaeinsatz bei den Tierhaltern im System der QS Qualität und Sicherheit GmbH ist im Zeitraum von 2014 bis einschließlich 2020 gesunken

Der Antibiotikaeinsatz bei den Tierhaltern im System der QS Qualität und Sicherheit GmbH ist im Zeitraum von 2014 bis einschließlich 2020 gesunken, und zwar insgesamt um 251,3 t oder 35,5 % auf 456,3 t. Das geht nach Angaben der Bonner Qualitätssicherer aus dem jetzt veröffentlichten 3. Statusbericht zum QS-Antibiotikamonitoring hervor. Wie QS mitteilt, erzielten die Schweinehalter dabei in den vergangenen sechs Jahren mit einer Senkung um 43,0 % auf 296,9 t die größte Reduktion.
Bei den Geflügelhaltern war ein Minus von 19,4 % auf 143,2 t zu verzeichnen und bei den Mastkälberbetrieben wurde ein moderaterer Rückgang um 5,2 % auf 8,51 t registriert. Während die Abnahmeraten zwischen 2014 und 2017 sehr stark waren, fielen sie zuletzt geringer aus. Die medizinisch notwendigen Antibiotikagaben stabilisieren sich somit auf einem niedrigen Niveau.
Wie QS weiter berichtet, erfolgte eine Verringerung des Antibiotikaeinsatzes bei allen Wirkstoffgruppen, wobei der Einsatz der „kritischen Antibiotika“ gering war und von 2014 bis 2020 mehr als halbiert wurde. Fast 3000 Tierärzte übermitteln mittlerweile ihre Daten an das QS-System und sorgen damit für eine umfassende Datengrundlage. Zudem wurde ein Pilotprojekt mit Milchviehbetrieben gestartet, um diesen künftig eine praxisorientierte Rückmeldung zu ihrem Antibiotikaeinsatz geben zu können.
„Der diesjährige Statusbericht zum Antibiotikamonitoring bestärkt uns in unserem Ziel, den Tierhaltern im QS-System durch valide und aussagekräftige Daten über ihren eigenen Bestand einen ganzheitlichen Blick auf die Tiergesundheit zu verschaffen“, erklärte QS-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs. Ihm zufolge hat sich das Antibiotikamonitoring zunehmend von einem rückblickenden Dokumentationsinstrument hin zu einem vorausschauenden Planungstool entwickelt. Ziel sei es, über die Verknüpfung mit weiteren Daten im QS-System, so etwa Schlachtbefunddaten, noch mehr Erkenntnisse über die Tiergesundheit als Ganzes zu erhalten. „Oberstes Ziel war und bleibt dabei, Resistenzentwicklungen zu vermeiden und die Tiergesundheit in der Nutztierhaltung nachhaltig zu stabilisieren“, betonte Hinrichs.