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Molkerei-Blockade

Proteste: Aktivisten dringen bei Molkerei Ammerland ein

Mehrere Proteste waren von zwei Gruppen für heute (23.09.) angekündigt. Eine Gruppe kletterte auf das Dach der Molkerei Ammerland.

am Freitag, 23.09.2022 - 12:20
Am Tor der Molkerei Ammerland hängten die Aktivistinnen und Aktivisten Plakate und Banner auf. „Tierquälerei hat hier einen Namen“ und „Geschlossen wegen Tierleid“ ist zu lesen.
Einige der Aktivisten hatten es auf das Dach der Molkerei geschafft und hängten dort Banner auf.
Mehrere Aktivisten hatten sich vor dem Tor angeklebt, viele waren als blutbespritzte Kuh verkleidet.

Die Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe „Animal Rebellion“ haben sich in der vergangenen Nacht im Schutz der Dunkelheit vor und auf das Gelände der Molkerei begeben. Ein Teil von ihnen ist auf das Dach der Molkerei geklettert und hat dort Transparente aufgehängt und schwenkte Flaggen. Auch am Tor der Molkerei hängen Banner: „Geschlossen wegen Tierlei“ und „Tierquälerei hat einen Namen“ steht darauf. Einige Aktivisten klebten sich vor dem Tor am Boden an, andere liegen als Kuh verkleidet und mit Kunstblut bespritzt vor dem Tor.

Stopp der Tierindustrie gefordert

Die Molkerei Ammerland wurde bei der Platform Instagram von den Aktivisten als „Greenwashing“ Nr. 1 bezeichnet. Sie sei verantwortlich für etwa 10 % der Niedersächsischen CO2-Emissionen, schreibe sich aber Klima- und Artenschutz auf die Fahne. „Wir fordern einen sofortigen Stopp dieser Verhöhnung und einen Stopp der Tierindustrie!“, war dort zu lesen. Die Polizei vor Ort sagte, dass von ihrer Seite nichts unternommen würde, da keine Gefahr in Verzug sei. Es sind etwa 35 Aktivisten vor Ort, es bleibt aber bisher friedlich und entspannt. Die Lkw zur Anlieferung haben scheinbar einen anderen Weg genommen. In Vechta sollen morgen noch weitere Aktionen stattfinden.

Freie Bauern beantragen einstweilige Verfügung zum Abbruch der Molkereibesetzung

Ein Mitglied der Freien Bauern, das Milchkühe in Ostfriesland hält, hat mit Unterstützung des Verbandes eine einstweilige Verfügung gegen die Protestaktion der radikalen Tierschutzorganisation „Animal Rebellion“ beantragt. „Wir möchten erreichen, dass die Blockade der Milchanlieferung sofort beendet wird, um wirtschaftlichen Schaden für unsere bäuerlichen Betriebe abzuwenden“, begründet Reinhard Jung, Politikreferent der Freien Bauern und Ökobauer.

Die vom Antragsteller beauftragte Kölner Rechtsanwaltskanzlei Stiletto versuche seit gestern nachmittag per Eilantrag beim Landgericht Oldenburg,  die ungehinderte Anfahrt der Milchtankwagen in die Molkerei zu erzwingen, damit die frische Milch aus der Region verarbeitet werden kann und nicht verdirbt.