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Schweinekrise

Preiskrise: Warnung vor dem Zusammenbruch der Schweinebranche

Josef koch
Josef Koch
am Montag, 07.02.2022 - 14:59

Schweinebauern fordern auf WLV-Krisengipfel schnelle Hilfsmaßnahmen der Ampelregierung.

Beim digitalen Krisengipfel des Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverbands (WLV), an dem vergangenen Freitag über 500 Personen teilnahmen, warnten de Teilnehmer vor einem Zusammenbruch der Strukturen in der deutschen Schweinehaltung.

Nicht nur Bauernhöfe werden wegbrechen, sondern auch die vor- und nachgelagerten Bereiche. Die Branche steckt in einer nie dagewesenen Krise. Angesichts hoher Futterkosten, desaströser Erzeugererlöse und fehlender Absatzmöglichkeiten im Bereich Schweinefleisch sind viele Betriebe in eine extreme wirtschaftliche Notlage geraten.
 

Beringmeier fordert Taten

„Wir fordern die Bundesregierung auf, unseren Tierhaltern weiterhin den Zugang zu Corona-Hilfen zu ermöglichen, wie er auch anderen Wirtschaftsbereichen gewährt wird. Außerdem brauchen wir umgehend Klarheit, wie der angestrebte Umbau der deutschen Tierhaltung finanziert werden soll. Der Worte sind genug gewechselt.Was es braucht, sind Taten und zwar jetzt! Die hierzu erarbeiteten Vorschläge des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung liegen schon lange auf dem Tisch,“ so Hubertus Beringmeier, Präsident des WLV und Sprecher für den Bereich der Schweinehaltung im Deutschen Bauernverband.

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Neue Preismodelle nötig

Als Grund für die fatale Lage sieht er die Corona-Pandemie. So seien viele Volksfeste ausgefallen, der inländische Absatz in weiten Teilen weggebrochen. In Kombination mit extrem hohen Futterkosten stehe die Branche vor einer dramatischen Situation, wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Carsten Spieker, Sprecher des Arbeitskreises Ferkelerzeugung im WLV, sieht neben der Politik auch den Lebensmitteleinzelhandel, die Großverbraucher und die Gastronomie in der Pflicht: „Diese Akteure legen angeblich großen Wert auf regionale Erzeugnisse. Wenn dies tatsächlich ernst gemeint ist, dann haben sie jetzt die Gelegenheit, gemeinsam mit uns zeitnah Preismodelle zu entwickeln und in den Markt einzuführen, die unseren Schweinehaltern angemessene Erzeugerpreise ermöglichen."