Bauernproteste

Preiskrise: Rukwied verlangt Deutschland-Bonus

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 09.12.2020 - 17:40

Der Lebensmittelhandel soll einen Bonus für deutsche Lebensmittel zahlen. Das fordern die Bauernverbände.

Fleisch-Lebensmittelladen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und seine Landesbauernverbände fordern ein Ende der Dauerniedrigpreispolitik im Lebensmittelhandel und einen Deutschland-Bonus für heimische Lebensmittel. Dazu legen ein gemeinsames Forderungspapier vor, das an die vier großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (Aldi, Lidl, Rewe, EDEKA) gerichtet ist. 

Darin fordern sie die vier Großen auf, die Beziehungen zwischen Handel und der deutschen Landwirtschaft langfristig und grundsätzlich zu verändern. „Die mangelnde Wertschätzung der Arbeit der deutschen Bauern seitens des LEH muss endlich ein Ende haben. Dauerniedrigpreispolitik hat keine Zukunft und gefährdet bäuerliche Existenzen. Wir brauchen einen Deutschland-Bonus für Lebensmittel, die aus unserer heimischen Landwirtschaft kommen und in der Regel mit deutlich höheren Standards erzeugt wurden als Produkte aus dem Ausland. Diese Qualität muss ein anderes Preisschild haben“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

Höhere Preise für höhere Standards

Der Deutsche Bauernverband fordert die Lebensmittelhändler auf, sich zu einem Verhaltenskodex zu verpflichten, indem beispielsweise die Ausrichtung der Verbraucherkommunikation nicht nur auf niedrige Preise ausgerichtet ist. Auch eine Selbstverpflichtung zum Aufbau langfristiger und verlässlicher Liefer- und Vertragsbeziehungen müsse Bestandteil sein.

Landwirtinnen und Landwirte sind bereit, in höhere Standards und Anforderungen ihrer Abnehmer zu investieren. Voraussetzung ist eine volle Honorierung höherer Erzeugungskosten. Beispiele dafür sind höhere Tierwohl- und Nachhaltigkeitsanforderungen, besondere Erzeugungsbedingungen wie „ohne Gentechnik“ oder vergleichbare Zertifizierungen und besondere Anforderungen an Pflanzenschutzanwendung oder -einsatz.