Bauernproteste

Preiskrise: Die Bauern lassen nicht locker

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 02.12.2020 - 16:27

Für morgen ruft die Verbändeallianz zu weiteren Protestaktionen vor Verarbeitungsunternehmen auf.

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„Antworten ungenügend – Nachsitzen!“ – mit dieser Botschaft werden die Bäuerinnen und Bauern morgen, am 3. Dezember, wieder zu Verarbeitungsunternehmen fahren, nachdem die Antworten der Verarbeiter auf das Forderungspapier der Bäuerinnen und Bauern ausgewertet wurden.

Ziel sind laut Verbändebündnis Milchdialog diesmal nicht flächendeckend möglichst alle Verarbeiter zur gleichen Zeit, vielmehr wird es im Bundesgebiet nadelstichartige Aktionen mit mehr Teilnehmern geben.

„Es geht uns nicht darum, nur einzelne Verarbeiter für die Misere der Erzeugerinnen und Erzeuger verantwortlich zu machen. Wer diesmal nicht besucht wird, kann nicht sicher sein, dass er nicht das nächste Mal ebenfalls Bäuerinnen und Bauern vor seinen Toren hat“, stellen die Teilnehmer des Milchdialogs klar.
 

Appell an Verarbeiter

Die Verbändeallianz will weiter Druck machen und nicht akzeptieren, dass man die Bauern so abfertigt. Laut den Verbänden mag es den Verarbeitungsunternehmen gerade sehr gelegen kommen, dass die Bäuerinnen und Bauern aktuell bei den Discountern als Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) protestieren. "Unsere Botschaft ist aber ganz klar: Die Verarbeiter sind als unmittelbare Marktpartner damit nicht raus! Wir haben Euch weiter im Blick und wir kommen immer wieder!“, so die beteiligten Verbände.

Die beteiligten Verbände erwarten von ihren Verarbeitern und Vermarktern, beim LEH bessere Preise für die Erzeuger auszuhandeln. Die Bauern wollen ein höheres Preisniveau für 100 % ihrer Produkte. Wenn das gute Drittel, das über den LEH verkauft wird, schlechter vermarktet werden könne, weil knapp zwei Drittel, die an die weiterverarbeitende Industrie und in den Export gehen, den Preis drücken, dann erwarten die Teilnehmer des Milchdialogs Vorschläge, was getan werden muss, damit auch diese Mengen auf einem höheren Preisniveau vermarktet werden können.

Das aktuelle Forderungspapier an die Verarbeiter haben unterzeichnet: BDM, AbL, LsV-Milchgruppe, EMB,  Freie Bauern, MEG Milch Board. Es wird auch unterstützt der Bauern & Land Stiftung.

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