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Schlagabtausch

Politischer Aschermittwoch - vom Kassenbon bis zum Schnitzel

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Alexandra Königer
Alexandra Königer
am Mittwoch, 26.02.2020 - 16:31

Schlagabtausch der Parteien und Bauerndemos an den Veranstaltungsorten.

Der politische Aschermittwoch in Niederbayern feiert heuer seinen 101. Jahrestag: 1919 hatte der bayerische Bauernbund anlässlich des Viehmarkts im niederbayerischen Vilshofen erstmals zu einer Kundgebung geladen – das Politspektakel war geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der politische Aschermittwoch von der Bayernpartei wiederbelebt, bevor die CSU und auch alle anderen Parteien folgten. Heuer traten wieder zahlreiche Spitzenpolitiker mit teilweise markigen Sprüchen in niederbayerischen Hallen und Zelten auf. Es folgt eine Auswahl von Zitaten der derzeitigen Regierungsparteivertretern (CSU und Freie Wähler) sowie von den Grünen, dem derzeit stärksten Mitbewerber in Umfragen.

CSU-Chef Markus Söder

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„Ich umarme gerne Bäume, aber das ist auch das einzige Grüne, was ich umarmen will.“

„Andere sagen, die Bauern müssen sich ändern. Wir sagen, nehmen wir die Bauern mit bei dem was sich ändert.“

„Diejenigen, die gegen öffentliche Videoüberwachung sind, bringen heimlich Kameras in Ställen an. Ich sage: Tierschutz ja, aber eine Stall-­Stasi wollen wir nicht in Bayern haben. Das haben die Bauern nicht verdient.“

„Die ganze Welt trinkt und isst bayerisch. Wir sollten auch mal denen danken, die das produzieren.“
 
„Das Schnitzel wird nicht als Schnitzel geboren.“

„Ich habe Aiwanger zum Antipopulismusbeauftragten der Staatsregierung ernannt.“

„Sie zwängen sich in Dirndl und Tracht. Meist passt die Selbsteinschätzung der Körpergröße nicht zusammen mit dem Gewand.“
(über Touristen und die Anziehungskraft des Oktoberfests)

„Wir haben bei uns im Kabinett ein tolles Duo mit Glauber und Kaniber. Auch Aiwanger ist immer bei jeder agrarpolitischen Ferkelei dabei.“

„Es ist toll, sich für die Landwirtschaft einzubringen, aber bitte nicht die Wirtschaft vergessen. Wir brauchen die Stromleitungen trotz Kommunalwahl. Das ist nur ein Rat, nicht dass jemanden das Messer in der Hose aufgeht.“
über Stromtrassengegner Aiwanger

FW-Chef Hubert Aiwanger

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„Wir seifen die Leute nicht ein wie die Grünen, wir arbeiten aus der Mitte heraus. Wir wollen nicht zuschauen, wie manche gesellschaftliche Akteure Gruppen wie Bauern und ältere Menschen, Autofahrer und Hausbesitzer gegeneinander ausspielen.“

„Wenn wir die vielen Wirtshäuser nicht verloren hätten, stünde unser Land besser da.“
über die Kritik, er würde sich zu sehr um Bayerns Wirtshäuser kümmern.
 
„Ein Kopfschuss mit Ansage.“
über die Agrarpolitik des Bundes

„In Berlin wollen sie den weltweiten Klimawandel in den Griff bekommen, aber sie schaffen es nicht, den Kassenbon abzuschaffen.“
 

Grünen-Politiker

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Grünen-Chef Robert Habeck

„Wir sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern die Regierenden, die brüllen ‚Wachse oder weiche!“

„Wir müssen die Bauern bezahlen, damit sie unsere Umwelt schützen und nicht gezwungen sind, ihre Landwirtschaft weiter zu intensivieren.“

„Überlassen wir es den anderen, über sich selbst zu reden. Reden wir über eine Solidarität zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft. Reden wir über eine neue Sprache, die den Menschen trotz unterschiedlicher Meinungen Würde zukommen lässt. Reden wir davon, dass Zukunft ein Ermöglichungsraum ist. Halten wir Aschermittwochsreden der Zuversicht und nicht der Bepöbelung des politischen Gegners.“

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann

„Bevor Markus Söder seine Liebe für den Natur- und Artenschutz entdeckt, entdecke ich meine Liebe für Franz Josef Strauß.“

„Wahrscheinlich schaffen es auch die klügsten Köpfe von Google und Apple nicht, einen Algorithmus zu entwickeln, der aus den Versatzstücken von Hubert Aiwanger eine vernünftige Energiepolitik macht.“


Bayerns Grünen-Chefin Eva Lettenbauer

„Der selbsternannte Robin Wood Markus Söder, Rächer aller enterbten Bienenvölker.“