Landjugend

Machen Sie Politik fürs Land

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Ulrich Graf
am Montag, 12.11.2018 - 10:53

Die Bayerischen Jungbauernschaft e.V. hat den neu gewählten Abgeordneten des Bayerischen Landtags ihre politischen Forderungen übermittelt.

Die Arbeitskreise „Jugend- und Gesellschaftspolitik“ und „Agrarpolitik“ haben sich zu Wort gemeldet und hoffen auf Gehör und Unterstützung.

Ehrenamt stärken und Vereine fördern

„Das Landleben wird maßgeblich von Vereinen mitgestaltet, welche hauptsächlich von Ehrenamtlichen getragen werden. Was würde passieren, wenn Vereinsleben nicht mehr stattfindet, weil es einfach nicht mehr interessant ist, sich ehrenamtlich zu engagieren? Es ist schon jetzt eine Herausforderung Nachwuchs für die Vorstände zu finden“, erklärt Michael Kießling, Sprecher des Arbeitskreises Jugend- und Gesellschaftspolitik.
Daher fordert die Landjugend:

  • Die Arbeit von Vereinen und Verbänden muss durch den Abbau von Bürokratie und Formalismus vereinfacht werden. So bleibt mehr Zeit für inhaltliche Arbeit im Verband.
  • Riesige Auflagenkataloge mit Brandschutz-, Flucht- und Rettungswegkonzepten, statische Gutachten und mehr für überschaubare Dorffeste sind zu viel. Hier muss für Verhältnismäßigkeit gesorgt werden.
  • Für Vereinsvorstände sind einfache Freistellungsmöglichkeiten notwendig, beispielsweise bei mehrtägigen Vereinsfesten oder anderen Veranstaltungen. Dies würde etlichen Vorständen helfen und auch die Bereitschaft stärken, derartige Posten zu übernehmen.
  • Kinder und Jugendliche sollten spätestens um 15 Uhr von schulischen Verpflichtungen befreit sein, um sich in Vereinen zu engagieren! Dies trägt unter anderem zu deren Persönlichkeitsentwicklung bei und unterstützt junge Menschen, ihre Position in der Gesellschaft zu finden.
  • Die Politik muss als Werbeträger fürs Ehrenamt auftreten: Arbeitgeber müssen Ehrenamtliche als Mehrwert in der Firma betrachten. Auch Arbeitgebern muss bewusst werden, wie wichtig das Ehrenamt für das gesellschaftliche Leben und damit für die eigenen Mitarbeiter sowie auch das eigene Unternehmen ist.

Landwirtschaftliche Existenz muss gesichert sein

"Wir Landwirte gehören wie Kirche, Gasthof, Metzger, Bäcker zum Dorf und zum Land Bayern“, appelliert Matthias Högl, Sprecher des Arbeitskreises „Agrarpolitik“ an die neu gewählten Abgeordneten.

  • Wir jungen Landwirte benötigen eine umgehende, rechtsichere Regelung zur Hofabgabe, damit Betriebsabgeber Anreize bekommen ihre Höfe abzugeben und gleichzeitig eine Rechtssicherheit gewährleistet wird. Ein Altersgeld-Topping auf Zeit wäre ein möglicher Weg. Steuererleichterungen könnten hierbei auch eine Rolle spielen. Das Feld der Möglichkeiten sollte hier ausgeschöpft werden, damit junge und motivierte Landwirtinnen in die Verantwortung kommen können und Abgeber nicht stärker belastet werden, als wenn diese weiter den Hof führen.
  • Wir finden es zwingend notwendig, dass in der Primar- und Sekundarstufe I & II in allgemeinbildenden Schulen die Bereiche Landwirtschaft und Ernährung im Lehrplan verankert und die Inhalte den neuesten Erkenntnissen laufend angepasst werden. Bilderbuchlandwirtschaft hat hier nichts verloren. Eine reale Darstellung von Landwirtschaft und eine „Ernährungsbildung“ sollten das Ziel sein, welches den Schülern vermittelt werden sollte.
  • Nur mit wiederkehrende Zahlungen für infrastrukturelle Projekte (z.B. Stromtrassen Nord Süd), werden landwirtschaftliche Betriebe nicht in Ihrer Existenz gefährdet und würden freiwillig mitmachen. Des Weiteren müssen stark betroffenen Betrieben Ausgleichsflächen angeboten werden, damit die Futtergrundlage für die betriebsspezifische Tierhaltung auch weiterhin gesichert bleibt.
  • Der Wolf ist in Bayern. In geeigneten Lebensräumen und abgegrenzten Gebieten kann er geduldet werden. Der Wolf sollte im Jagdrecht Aufnahme finden. Problemtiere müssen entnommen werden dürfen.

„Damit wir uns weiterhin über viele verschiedene landwirtschaftliche Produkte aus der Region freuen können und das Leben auf dem Land mit seinen vielen Vereinen attraktiv bleibt, wünschen wir uns einen regen Austausch mit unseren Vertreterinnen und Vertretern im Bayerischen Landtag und hoffen auf Rückmeldungen“, so Tina Stünzendörfer und Georg Rabl, die beiden Vorsitzenden des Landesverbandes der Bayerischen Jungbauernschaft e.V., abschließend.