Recht

Pflanzenzüchter begrüßen das Patentierungsverbot

Getreide
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 18.05.2020 - 13:30

Die Züchter sehen darin einen zentralen Aspekt, um Züchtungsfortschritt weiterhin zu sichern.

Bonn - Die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) hat am 14.05.2020 klargestellt, dass Pflanzen aus Kreuzung und Selektion nicht patentierbar sind.

Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) begrüßt das Patentierungsverbot und sieht darin einen zentralen Aspekt, um Züchtungsfortschritt weiterhin zu sichern. „Mit der Entscheidung wird einer langjährigen Forderung des BDP endlich Rechnung getragen und der Sortenschutz als primäres Schutzrecht in der Pflanzenzüchtung gefestigt“, erklärt BDP-Geschäftsführer Dr. Carl-Stephan Schäfer. 

Pflanzenzüchtung beruht auf der Schaffung immer wieder neuer Kombinationen genetischer Bausteine. Dabei ist das Ziel, die jeweils besten Eigenschaften von Pflanzen zu verbinden und so neue, innovative und bessere Sorten zu entwickeln.

Züchter müssen deshalb Zugang zu einer breiten genetischen Vielfalt haben und auf den Vorleistungen anderer Züchter aufbauen können. Dies regelt der Sortenschutz. Er ermöglicht es Unternehmen, mit den Sorten ihrer Wettbewerber weiterzuzüchten und daraus entstehende neue Sorten auf den Markt zu bringen.

Das Patentrecht, so die Züchter, sei dagegen ausschließlich auf technische Erfindungen anzuwenden.