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Datenbank

Pflanzenschutz: Ab 2030 sollen die Daten öffentlich werden

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 07.06.2022 - 12:00

Trilog-Kompromiss sieht Datenerhebung ab 2028 vor. Bauern müssen Einsatzmengen an Datenbank melden.

Pflanzenschutz-Rübenherbizid

Bis der jährliche Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln in der EU veröffentlicht wird, dauert noch. Dennoch werden die Landwirte wohl ihre Daten zum Pflanzenschutzmittelverbrauch in eine Datenbank eingeben müssen. Wie die Bundesregierung Anfang Februar einräumte, prüft sie bereits, eine derartige elektronische Datenbank einzuführen. Der Deutsche Bauernverband sieht eine Veröffentlichung solcher Daten als problematisch, da sie hauptsächlich der sachfremden Skandalisierung Vorschub leisteten.

Vertreter der Kommission, des Rates und des Europaparlamentes haben sich auf eine vergleichsweise lange Übergangsfrist im Trilog verständigt. Nach der am Donnerstag (2.6.) getroffenen Übereinkunft zur Novellierung der Verordnung über die Statistik der landwirtschaftlichen Inputs und Outputs (SAIO) soll ab 2028 die entsprechende Datenerhebung jährlich erfolgen und ab 2030 auch veröffentlicht werden. Erste Daten sollen bereits ab 2026 gesammelt werden. Die politische Einigung muss nun noch von Rat und Europaparlament abgesegnet werden. Auf Seiten des Rates soll der Kompromiss in Kürze dem Sonderausschuss Landwirtschaft (SAL) vorgelegt werden.

Nach Angaben des Europaparlaments konnte hierzu durchgesetzt werden, dass die in Verkehr gebrachten und bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten verwendeten Wirkstoffe nach repräsentativen Kulturen und behandelten Flächen aufgeführt und jährlich veröffentlicht werden. Die Methodik dazu soll während des Übergangszeitraums ab 2026 entwickelt werden. Derweil gab die Ratsseite nach der Trilog-Einigung zu bedenken, dass es flächendeckend elektronische Register für gewerbliche Anwender von Pflanzenschutzmitteln geben müsse, um die jährlichen Datenerhebungen gewährleisten zu können. Die SAIO-Verordnung sieht für diesen Übergangszeitraum eine europäische Finanzierung vor, um die nationalen Statistikbehörden bei der Vorbereitung auf die jährliche Erhebung der Pflanzenschutzmitteldaten zu unterstützen.

Höherer Bürokratieaufwand für Bauern soll vermieden werden

Beim ökologischen Landbau haben sich die Trilog-Teilnehmer darauf geeinigt, dass die verfügbaren Statistiken und Datensätze mit denen des konventionellen Landbaus weitgehend zusammenpassen sollen. Das Parlament erhofft sich davon einen weiteren Schub für den Ausbau des Ökolandbaus in der EU. Geeinigt haben sich die Verhandlungspartner auch darauf, dass die neue Regelung „geeignete Schutzklauseln“ enthalten soll, um einen erhöhten Verwaltungsaufwand für die Landwirte und nationalen Verwaltungen zu vermeiden.

Die SAIO-Verordnung ist Teil der Modernisierung der europäischen Agrarstatistik. Die Anpassung der Statistiken insbesondere bei Betriebsmitteln der Landwirte soll dazu beitragen, die Kenntnisse über die landwirtschaftlichen Praktiken und die Agrarproduktion für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), den Green Deal und die darin enthaltene Farm-to-Fork-Strategie zu verbessern.

Mit Material von AgE
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