Vorstoß

Offener Brief: „Umweltminister Huber muss Wolf endlich stoppen“

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Ulrich Graf
am Donnerstag, 13.09.2018 - 09:08

Bauern, Tourismus und Politiker aus dem Allgäu fordern ein sofortiges behördliches Handeln.

Der Wolf hält das Allgäu in Atem. In den letzten Wochen haben Wölfe mehrere Schafe, Kälber und Jungrinder getötet. Zum Teil fanden die Risse ganz in der Nähe von Häusern oder beliebten Wanderwegen statt. Immer mehr Wanderer, Alphirten, Touristen und Jäger berichten, dass sie Wölfe gesichtet haben. Aus diesem Grund fordern der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz, der schwäbische Bauernpräsident Alfred Enderle, der Vorsitzende der Alpwirtschaft Franz Hage und die Vorsitzende der Tourismusvereinigung „MIR Allgäuer“ Angelika Soyer in einem Schreiben an die Regierung von Schwaben ein sofortiges behördliches Handeln ein. Diese Aufforderung wurde spontan auch von der Allgäuer Herdebuchgesellschaft unterstützt.

Durch den Wolf werden jedoch nicht nur Weidetiere gerissen, sondern die Anwesenheit des Raubtiers führt auch zu Unruhe in den Herden und zu zahlreichen Abstürzen. Tiere brechen aus oder verletzen sich. Die Präsenz des Wolfes im Allgäu führt auch bei Urlaubern zu Verunsicherung, offenen Fragen und Bedenken. Bei einer Informationsveranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes haben sich deshalb über 200 Bäuerinnen und Bauern getroffen und einen offenen Brief an den bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber gerichtet. Darin wird der Umweltminister aufgefordert, die behördlichen Maßnahmen zur Entnahme des Wolfes zu ergreifen.

Entnahme von Schdwölfen

„Wegen der vielen ungeklärten Haftungsfragen, Folgeschäden und Auswirkungen für das Leben und Wirtschaften in der gesamten Region, ist es wichtig, dass wir beim Thema Wolf zusammenstehen!“, sagt der schwäbische Bauernpräsident Alfred Enderle. „Wenn der Wolf bereits in der Nähe von Häusern oder beliebten Wanderwegen auftaucht, müssen die Behörden ihrer Verantwortung gerecht werden. Bevor noch mehr passiert, muss der Wolf im Allgäu gestoppt werden!“ Deshalb fordern die Betroffenen gegenüber Politik und Verwaltung die konsequente Entnahme von Schadwölfen, der bayerische Umweltminister müsse umgehend handeln.

Berichte aus Nachbarländern würden zeigen, dass alle Versuche eines Wolfsmanagements mit Schutzhunden oder Elektro-Zäunen zwar hohen Aufwand verursachen, aber die Weidetiere letztendlich so nicht geschützt werden können. „Die Naturschutzbehörden und die verantwortlichen Politiker dürfen nicht einfach auf Zeit spielen“, sagt Enderle. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat in der vergangenen Woche bei der Unterzeichnung des „Paktes für land- und forstwirtschaftliches Eigentum“ unterstrichen, dass der Schutz der Weidetierhaltung klaren Vorrang vor der Wiederansiedlung des Wolfes habe. Auch für den Oberallgäuer Landrat Anton Klotz stellt die Weidetierhaltung die entscheidende Grundlage für den Tourismus im Allgäu dar.