Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Ökolandbau: Wie der Bund den Absatz ankurbeln will

Großküche_Außer-Haus-Verzehr
Josef koch
Josef Koch
am Freitag, 04.11.2022 - 13:25

Förderprogramm für Kantinen und Gastronomie gestartet. Weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung.

Damit Kantinen und Gastronomie mehr Biolebensmittel verwenden, hat der Bund nun eine Förderprogramm aufgelegt. Dabei übernimmt er maximal 80 % der Beratungskosten. In Kitas und Schulen, die eigene Küchen betreiben, können bis zu 90 % übernommen werden. Der Förderhöchstbetrag beläuft sich auf 35.000 €.

Ziel ist ein Bio-Anteil in den Menüs von mindestens 30 Prozent. Der Bund fördert Betriebe, die erstmals Bio-Produkte in ihre Küche holen, und solche, die den Bio-Anteil steigern wollen, teilt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) mit.

Mindestens 30% Bioanteil im Essen nötig

Die Bundesregierung hat sich 30 Prozent Bio-Anteil auf den deutschen Landwirtschaftsflächen bis 2030 vorgenommen. Damit die Umstellung der Landwirtschaft auf sicherem Boden steht, ist laut BMEL, parallel dazu auch die Nachfrage nach Bio-Lebensmittel weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Hebel dafür seit die Außer-Haus-Verpflegung (AHV).

Laut Bundesagrarminister Cem Özdemir essen täglich etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland außer Haus, zum Beispiel in Kitas, Schulen, in Mensen, Restaurants oder Betriebskantinen. „Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung tragen dazu bei, dass mit jedem Bissen ein Stück Biodiversität geschützt und Ressourcen wie Grundwasser und Böden geschont werden“, so der Özdemir

Weitere geplante Maßnahmen

Zudem hat oder plant das BMEL noch weitere Bausteine, um das Potential von Bio in der AHV anzuheben:

  • Bio-Außer-Haus-Verpflegungsverordnung: Die Verordnung soll speziell auf die Belange der AHV zugeschnittene Regelungen zur Kennzeichnung und Kontrolle von Bio-Lebensmitteln normieren. Mit der Neuregelung soll zum einen den Unternehmen die Teilnahme an der Bio-Zertifizierung erleichtert werden. Andererseits soll eine einfache und klare Kennzeichnung den Gästen eine gute Orientierung ermöglichen, was den Bio-Anteil und die Bio-Zutaten in der jeweiligen Küche angeht. Abhängig vom Verlauf des Verfahrens könnte die Verordnung in der zweiten Jahreshälfte 2023 in Kraft treten, heißt es.
  • Bio kann jeder – in Schulen und Kita“ lautet das Motto der bundesweiten Informationskampagne für mehr Bio-Produkte und nachhaltige Ernährung in der Außer-Haus-Verpflegung von Kindern und Jugendlichen. Ein bundesweites Netzwerk von „Bio kann jeder“-Regionalpartnern unterstützt Verantwortliche vor Ort dabei, das Verpflegungsangebot für Kinder und Jugendliche nachhaltiger zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen dabei Bio-Lebensmittel aber auch regionale und saisonale, tiergerecht produzierte und fair gehandelte Produkte. Bio kann jeder ist eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).
  • Initiative „BioBitte – Mehr Bio in öffentlichen Kantinen“: Das umfangreiche Informationsangebot mit Filmen, Beispielen guter Praxis, Infoblättern und Präsentationen kann kostenfrei genutzt werden. Die Initiative führt bundesweit auch Veranstaltungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene durch.
  • Mehr Bio in Bundeskantinen: Ziel der Bundesregierung ist es, den Bio-Anteil in den Kantinen des Bundes zu erhöhen. Hierzu stehen derzeit verschiedene Maßnahmen zur Diskussion, die in 2023 beginnen sollen.
  • Regionen-Wettbewerb Gemeinschaftsverpflegung: Das BMEL plant einen Regionen-Wettbewerb für das Umsetzen einer gesunden und nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung (GV) in Kommunen/Regionen. Grundlage dafür sollen die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und ein entsprechender Einsatz ökologisch und regional erzeugter Lebensmittel sein.
Ihr Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
blw digital iphone blw digital macbook
Hefttitelbild Printausgabe Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt