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Ökologischer Landbau

Ökolandbau: Bayerns Fläche legt nur leicht zu

Josef koch
Josef Koch
am Dienstag, 28.06.2022 - 16:30

Bundesweit ist Flächenwachstum höher als in Bayern. Die meisten Ökobetriebe und -flächen sind aber in Bayern.

Ökolandbau_Fläche-Kornblume

Bayern hat die meisten Ökobetriebe in Deutschland. Nach den aktuellen Strukturdaten zum Ökolandbau wirtschafteten im vergangenen Jahr 11.527 Betriebe ökologisch. Damit befindet sich knapp jeder dritte deutsche Ökobetrieb in Bayern.

Knapp hinter Bayern folgt Baden-Württemberg. Das grün regierte Land konnte 2021 rund 10.160 Öko-Betriebe vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr waren dies laut Statistik aber 462 Betriebe weniger als im Jahr zuvor, bei deutlich mehr Ökofläche (+5,4%).

Beim Flächenanteil liegt Bayern im Mittelfeld

Dagegen nahm die Zahl der bayerischen Ökobetriebe um 538 zu. 13,2 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche wurden in Bayern 2021 ökologisch bewirtschaftet. Absolut waren das im vergangenen Jahr 408.618 ha. Gegenüber dem Vorjahr hat die Ökofläche in Bayern um knapp 1,1 % zugenommen. Bis 2030 will der Freistaat den Anteil auch 30 % steigern. Dazu muss die Wachstumsrate deutlich zulegen.

Noch besser als Bayern sind laut Strukturdaten des Bunds beim Flächenanteil Saarland (19,4%), Hessen 16,2%), Brandenburg (15,5%), Baden-Württemberg (14,5%) und Mecklenburg-Vorpommern (14,1%). 

Bundesweit knapp 5,9 % mehr Ökoflächen

Bundesweit bewirtschaften über 36.300 Ökobetriebe rund 1,8 Mio. ha. Der Flächenanteil liegt somit bei 10,9%. Bis 2030 will die Ampelregierung den Anteil auf 30 % steigern. Im vergangenen Jahr betrug das Wachstum knapp 5,9 % oder 100.336 ha. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium entspricht dies in etwa der doppelten Fläche des Bodensees. Bundesweit fiel somit das Flächenwachstum stärker als in Bayern aus.

Damit sich noch mehr Betriebe dafür entscheiden, will Bundesagrarminister Cem Özdemir Hürden aus dem Weg räumen, die den Landwirtinnen und Landwirten und auch den Lebensmittelherstellern noch im Weg stehen. Zudem will er gezielter fördern, so dass Nachfrage und Angebot gestärkt werden. „Gemeinsam mit der Bio-Branche entwickeln wir die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau des BMEL zu einer Strategie aller Ressorts der Bundesregierung mit einem Bündel an Maßnahmen weiter“, kündigte der grüne Politiker an. Dazu will er etwa die Außer-Haus-Verpflegung stärker in den Blick nehmen und regionale Wertschöpfungsketten stärken. Auch die Forschung soll im Öko-Bereich forciert werden. So seien im Bundesprogramm ökologischer Landbau“ zukünftig deutlich mehr Mittel für Öko reserviert, teilt das Ministerium mit.

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