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Agrarförderung

Ökolandbau: Bayern soll in die Vollen gehen

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 20.07.2022 - 20:37

LVÖ-Vorsitzender Hubert Heigl verlangt von Agrarministerin Kaniber den Förderrahmen voll auszuschöpfen. In Bayern reicht die Ökoackerfläche nicht aus.

Ökolandbau_Vielfalt auf dem Acker

In Kürze will Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber die neue Kulap-Förderung ab 2023 vorstellen. Hubert Heigl, Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ) hält es angesichts der aktuellen Krisen für wichtig, dass der Freistaat den vom Bund vorgegebenen Rahmen voll ausschöpft, um bei der Ökolandbauförderung weiterhin an der Spitze zu bleiben. Die aktuell eher unruhige Lage auf den Märkten dürfe Bayern nicht davon abhalten, das Ausbauziel von 30% Ökolandbau bis 2030 konsequent weiter zu verfolgen.

Nach Wochenblatt-Informationen erhöhen sich die Prämien für den Ökolandbau im Rahmenplan der Gemeinschaftaufgabe (GAK) leicht. Wie bisher kann Bayern den Rahmen plus 30% Aufschlag auch in der neuen Förderperiode ab 2023 ausschöpfen. Voraussichtlich wird das Landwirtschaftsministerium kommende Woche die neuen Förderhöhen bekanntgeben.

„Die vielen Landwirtinnen und Landwirte in Bayern, die bereit stehen für die Umstellung auf Ökolandbau, brauchen jetzt klare Signale aus der Politik. Nur mit einer Förderung, die ihre künftigen Mehrleistungen für Umwelt und Gesellschaft angemessenen honoriert, können sie den Schritt in die Umstellung wagen,“ ist Heigl überzeugt.

 

Nur bei Dinkel gibt es ein Überangebot

Die Gefahr eines Überangebots an Ökoprodukten sieht die LVÖ indes nicht. „Außer beim Dinkel haben wir im Bio-Bereich ein knappes Angebot, das einer weitaus größeren Nachfrage gegenübersteht,“ so Vermarktungsexperte Andreas Hopf, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Vermarktungsgesellschaft Bio-Bauern mbH. Das gelte für Weizen, Roggen, Braugerste, Mais und Futtergetreide ebenso wie für Ölsaaten und Körnerleguminosen.

In den letzten Jahren wurden laut Hopf einfach zu wenig Ackerflächen auf Bio umgestellt. Der Zeitpunkt für Ackerbaubetriebe für eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft ist günstig“, so Hopf. Für die aktuelle Nachfrage brauche man dringend mehr Bio-Fläche in Bayern.

Bio-Umsatz gegenüber 2019 deutlich im Plus

Der gesamte Lebensmittelmarkt verzeichnet nach LVÖ-Angaben im ersten Halbjahr 2022 allerdings Umsatzrückgänge. Verunsichert durch Inflation, steigende Lebensmittel- und Energiepreise sowie die Ukraine-Krise greifen Kundinnen und Kunden vermehrt zu günstigeren Produkten. Während der Naturkostfachhandel mit teils deutlichen Umsatzrückgängen zu kämpfen hat, verzeichnen die Discounter sogar Bio-Zuwächse.

Während der Corona-Jahre 2020 und 2021 gab es starke Umsatzsteigerungen im Biosegment. Nun gingen wieder deutlich mehr Menschen in Kantinen und Gaststätten essen. Dort steht laut LVÖ Bio bisher nur selten auf der Speisekarte. Wenn man die aktuellen Zahlen mit dem entsprechenden Zeitraum im Vor-Corona-Jahr 2019 vergleiche, ergebe sich immer noch ein deutliches Plus für den Umsatz mit Bio-Lebensmitteln, so Heigl.

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