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Biolandbau

Ökolandbau: Vor allem süddeutsche Betriebe wollen umstellen

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 03.02.2022 - 14:32

Der DBV-Konjunkturbarometer zeigt wachsendes Umstellungsinteresse auf ökologischen Landbau.

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Die deutschen Bauern sind bereit, künftig mehr Ökolandbau zu betreiben. Damit kämen die Bauern dem politischen Ziel von 30% in 2030 deutlich näher. Das aktuelle Konjunkturbarometer Agrar im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) weist mit einem Öko-Umstellungsinteresse von 20 % einen neuen Höchstwert aus. Vor einem Jahr konnten sich noch rund 17 % eine Umstellung vorstellen. Rund 70 % wollen weiter konventionell arbeiten. Gut 9 % sind schon Ökobauern.

Unter diesen 20 % Landwirte, die eine Umstellung in Betracht ziehen, können sich 18,7 % eine Umstellung vielleicht vorstellen. 1,3 % planen die Umstellung fest ein.

In Süddeutschland sind sogar 27,5 % der Betriebe offen für eine Umstellung. Besonders kleinere Betriebe (26,1%) unter 50 Hektar interessieren sich für den Ökolandbau. Der Anteil an Futterbaubetriebe ist mit 21,5 % unter den Umstellungsinteressenten am größten. Sie legen vor allem Wert auf eine bessere Investitionsförderung der Stallumbauten und höhere Flächenprämien. Für eine Umstellungsentscheidung sind über alle Befragten hinweg Absatzsicherheit, höhere Preise und eine bessere Förderung besonders wichtig.

Bei einer Fortschreibung des durchschnittlichen Nachfragewachstums der letzten zehn Jahre würde marktseitig in den nächsten zehn Jahren ein Anteil von 20 % Ökolandbau erreicht werden, so der DBV. Nach einem Wachstumssprung in 2020 hat sich 2021 das Nachfragewachstum nach den Marktdaten wieder im mittleren einstelligen Bereich der Vorjahre bewegt.

Agrarreform als Bremse befürchtet

Während auf der Nachfrageseite somit Grund zum Optimismus besteht, drohen dem heimischen Ökolandbau Wachstumsbremsen aus der nationalen Umsetzung der Agrarpolitik und einer überregulierenden Öko-Gesetzgebung der EU. Der DBV fordert daher im nationalen Strategieplan der Bundesregierung deutliche Korrekturen bei der Kombinierbarkeit der neuen Öko-Regelungen in der ersten Säule mit der Ökolandbauförderung und den Agrarumweltmaßnahmen in der zweiten Säule.

Eine verlässliche Förderung ist neben stabilen Absatzmöglichkeiten die Voraussetzung, damit der anhaltende Öko-Boom von den deutschen Landwirten genutzt werden kann. Gefordert ist auch eine rasche Reform der EU-Gesetzgebung für den Ökolandbau.

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