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Neue Bundesregierung

Nicht nur Glückwünsche für Özdemir

Josef koch
Josef Koch
am Donnerstag, 09.12.2021 - 12:30

Zur Ernennung als Bundesagrarminister erhält Cem Özdemir viele Glückwünsche. Es gibt aber auch konkrete Erwartungen.

Özdemir sieht sich als "oberster Anwalt" der Bauern

Özdemir-Cem-Vereidiung

Bundesminister Cem Özdemir erklärte zu seinem Amtsantritt, sich als "obersten Anwalt der Landwirtinnen und Landwirte  zu sehen, die für das Essen auf unserem Tisch sorgen. Ihnen müssen wir bei der Transformation hin zu mehr Tierwohl sowie Umwelt- und Klimaschutz helfen". Gleichzeitig fühlt sich Özdemir auch als oberster Tierschützer.

"Für mich heißt es jetzt: Zwischen Landwirtschaft und Umwelt gehört kein ‚oder‘. Da bin ich mit meiner Kollegin, Umweltministerin Steffi Lemke, einig", so der neue Bundesagrarminister.

Gemeinsam wollen Özdemir und Lemke die größten Herausforderungen angehen: die Klimakrise und den Erhalt des Artenreichtums. "Diese Ziele erreichen wir aber nur gemeinsam mit der Landwirtschaft. Die Betriebe brauchen eine klare wirtschaftliche und nachhaltige Perspektive", stellt der grüne Minister klar.

 

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Özdemir-Cem-Fahrrad

Glückwünsche von Parteifreunden überraschen den neuen Bundesagrarminister Cem Özdemir zu seiner Ernennung sicherlich nicht, doch auch die Opposition wünscht ihm alles Gute im neuen Amt. So Artur Auernhammer, CSU-Agrarsprecher im Bundestag. „Ich gratuliere Cem Özdemir zum neuen Amt und wünsche ihm alles Gute für seine neue Aufgabe. Es warten große Herausforderungen auf ihn, die bewältigt werden müssen.“

In den vergangenen Jahren sind laut Auernhammer hierfür bereits umfangreiche Vorarbeiten - auch von und mit dem Berufsstand - geleistet worden. Auernhammer hofft, dass der neue Bundesagrarminister diese in seine Arbeit aufnimmt. Gleichzeitig erwartet der CSU-Abgeordnete, dass Özdemir, dem als Süddeutschen klein-bäuerliche Strukturen bekannt sind, ein besonderes Augenmerk auf diese bäuerlichen Familienbetriebe legt.

Stegemann: Einseitige Auflagen vermeiden

Auernhammers Parteikollege Albert Stegemann, Agrarsprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat neben Glückwünschen auch eine Empfehlung parat. „Einseitige nationale Auflagen und Einschränkungen der Wettbewerbsfähigkeit unsere Landwirte gilt es zu vermeiden,“ so Stegemann.

In einer Welt mit globalen Märkten, einer stetig wachsenden Weltbevölkerung und einer globalen Erderwärmung müsste die Herausforderungen an die Land- und Ernährungswirtschaft in erster Linie global und europäisch gedacht werden. Stegemann hält eine starke und nachhaltige Agrarwirtschaft für Deutschland für unverzichtbar.

Brückenbauer Özdemir

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, wünscht Özdemir viel Kraft für wichtige und weitreichende Entscheidungen im Sinne der Bauernfamilien. Schließlich stünden sie vor einem großen Transformationsprozess und die zu bewältigenden Herausforderungen sind gewaltig. Dabei bedarf es laut Rukwied einer klaren politischen Ausrichtung.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erhofft sich von „Brückenbauer Özdemir“ einen Minister, der nicht nach ideologischen Schwarz-Weiß-Mustern handelt. „Politische Entscheidungen haben in der Landwirtschaft vielschichtige Folgen. Diese müssen beachtet und abgewogen werden“, weiß DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp.

Er betont, die Landwirtschaft sei bereit, den eingeschlagenen Weg in eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Zukunft konsequent weiterzugehen. Das kooperative Geschäftsmodell der Genossenschaft biete dabei ideale Voraussetzungen, die Transformation der Landwirtschaft erfolgreich umzusetzen.

Der Artikel wird laufend aktualisiert und ergänzt.

Innovationen und freien Handel ermöglichen

„Dass nun beide Ministerien von Personen derselben Fraktion geführt werden, lässt erwarten, dass sie in Zukunft effektiver zusammenarbeiten werden“, prognostiziert Martin Courbier, Geschäftsführer des Bundesverbands Agrarhandel (BVA). Von Cem Özdemir erhofft er sich, dass er seiner sachlichen Linie auch bei kontroversen landwirtschaftlichen Themen treu bleibe. Das wird laut Courbier der Debatte um die zukünftige Ausrichtung der Land- und Agrarwirtschaft guttun. Und Steffi Lemke bringe als Agrarwissenschaftlerin im Umweltministerium Sachverstand auch für Agrarthemen mit. Das sei eine gute Voraussetzung für konstruktive Gespräche zwischen den Ministerien, ist der BVA-Chef überzeugt.

Christof Buchholz, Geschäftsführer beim Verein der Getreidehändler (VdG) wünscht sich, dass die neu geführten Ministerien zukunftsorientiert voranschreiten, die Bedeutung des internationalen Agrarhandels für die globale Lebensmittelversorgung anerkennen und Innovationen stärken. "Auch Innovationen, wie neue genomische Techniken, gilt es zu stärken," fordert Buchholz.

Der Artikel wird laufend aktualisiert und ergänzt.

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