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Nobelpreis

Nobelpreis für Genschere-Forscherinnen als Chance nutzen

Josef koch
Josef Koch
am Mittwoch, 07.10.2020 - 17:41

Gentechnikbefürworter sehen in der Entscheidung des Nobelpreiskomitees, wie wichtig neue Züchtungstechniken sind.

Pflanzenzüchtung-Gentechnik

Heute wurde bekannt gegeben, dass der Chemie-Nobelpreis dieses Jahr an die Forscherinnen Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna für die Entdeckung der Genschere Crispr-Cas9 verliehen wird. 

Nach Auffassung von Bundesagrarministerin Julia Klöckner bringt die Entscheidung des Nobelpreiskomitees zum Ausdruck, wie fundamental die Entwicklung der Genschere ist, welche Bedeutung ihr zugeschrieben wird – gerade auch für die Landwirtschaft und die weltweite Ernährungssicherung.

Noch immer hungern zu viele Menschen auf der Welt. Klimawandel, Dürre, Wassermangel, neue Schädlinge setzen der Ernte zu. "Wir wollen weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen, aber dennoch stabile Ernten. Hierbei kann die Genschere helfen. Meine herzlichen Glückwünsche an die Forscherinnen", beglückwünscht Klöckner die Preisträgerinnen.

Anstoß für Diskussion über Zulassung

Die klassische Pflanzenzucht hat lat Klöckner schon immer das Erbgut von Nutzpflanzen angepasst. Mit der Genschere könne aber zielgenauer, schneller geforscht werden. Deshalb setzt die deutsche Agrarministerin Hoffnungen in solche neuen Züchtungsmethoden.

Sie seien natürlich kein Allheilmittel. "Doch wenn wir Pflanzen wollen und brauchen, die resistent sind gegen Wetterkapriolen und Klimawandel, die weniger Pflanzenschutzmittel benötigen, dann sollten wir verantwortungsvoll über eine differenzierte Zulassung solcher Verfahren für die Pflanzenzucht diskutieren", so die CDU-Politikerin. Die Entscheidung aus Stockholm sei dazu ein weiterer Anstoß.

Rukwied: Chancen nicht verschenken

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, sieht in der Verleihung des Nobelpreises für die Genschereforscherinnen ein klares Signal der Wissenschaft für eine positive Bewertung der Genschere Crispr/Cas9 und eine große Chance für die Landwirtschaft.

"Europa darf die Chance für diese nachhaltige Züchtungsmethode nicht verschenken", verlangt Rukwied. Dies müsse die Politik als Zeichen erkennen, auch mit Blick auf die Herausforderungen durch den Klimawandel, diesen neuen Methoden mehr Raum zu geben. Mehr Wissenschaftsorientierung würde der politischen Debatte hier helfen, meint der DBV-Präsident.