EU-Regelungsausschuss

Neue Regeln für Ökobauern

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Josef Koch Redakteur Agrarpolitik
Josef Koch
am Montag, 23.03.2020 - 09:49

Ab dem Jahr 2021 gelten für Ökobauern neue Regeln in der Tierhaltung. Der EU-Regelungsausschuss hat die neuen Vorgaben in der EU-Öko-Verordnung beschlossen.

Brüssel - Verschärft werden soll der Einsatz von Umstellungsware in der Tierfütterung. So dürfen nur noch Landwirte, die selbst mischen, bis zu 25 Prozent Umstellungsware verwenden. Bisher waren in Mischfuttermitteln bis zu 30 Prozent erlaubt. „Das ist eine Umstellungsbremse“, moniert Sebastian Mittermaier von Naturland. Er fürchtet, dass viele Umstellungsbetriebe einen wichtigen Absatzkanal verlieren. Noch sind Änderungen möglich.

Bei Rindern und anderen Pflanzenfressern müssen zunächst 60 % und ab 2023 70 % des Futters vom eigenen Betrieb oder aus der Region kommen. 30 % beträgt der Anteil für Schweine. Ab 2035 müssen alle Tiere aus Ökoaufzucht stammen.
Neu ist die Veranda für Geflügel. Diese ist überdacht sowie umnetzt. Sie gilt als Teil des Auslaufs und kann freiwillig angeboten werden. Der bisherige Außenklimabereich bei Geflügelställen kann künftig Teil der Stallfläche sein. Dazu muss er rund um die Uhr zugänglich sein, Tränkeeinrichtungen aufweisen und mindestens einen zeitweisen Schutz vor zu kaltem Wetter ermöglichen. Für Umbaumaßnahmen haben die Biobauern drei Jahre Zeit.
Bei Legehennen sind ab 2021 bis zu zwei Ebenen zusätzlich zum Boden möglich. Es ist eine Übergangsregelung von acht Jahren vorgesehen. Bruderhähne sollen einen Auslauf von 1 m2 pro Tier haben, Masthähnchen 4 m2. Der Bund ökologische Landwirtschaft (BÖLW) hält einheitlich 2 m2 pro Tier für besser.
Die Flächenvorgaben in der Haltung von Biosauen, -schweinen und -rindern bleiben unverändert. Künftig beträgt der Anteil an durchgängig festem Boden in Ausläufen für Schweine mindestens 50 %. Es ist eine Übergangsfrist von acht Jahren vorgesehen.
Nicht ausreichend berücksichtigt sind bisher innovative Stallsysteme für Rinder und Schweine, zum Beispiel Haltungssysteme, bei denen Stall- und Auslaufbereich nicht mehr klar zuzuordnen sind und die sich in der Praxis als besonders tiergerecht erwiesen haben. Da die EU-Kommission unter hohem Zeitdruck steht, die Tierhaltungsregeln zu beschließen, hat sie angeboten, die Regeln ab 2021 erneut zu beraten.