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Förderung

Nerv der Landwirte getroffen

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Redaktion Wochenblatt
am Donnerstag, 12.08.2021 - 11:00

Investitionsprogramm: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner legt Zwischenstand zum Investitions- und Zukunftsprogramm vor.

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Mit dem Start des eine Milliarde Euro starken Investitions- und Zukunftsprogramms im vergangenen Jahr hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen Modernisierungsschub der Landwirtschaft angestoßen.

Mit der Förderung modernster Technik werden Klima- und Umweltschutz auf der einen und Erntesicherung und Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite zusammengebracht.

  • Aus den ersten beiden Antragsrunden wurden bisher gut 4500 Anträge genehmigt.
  • Insgesamt sind 6297 Fördergegenstände bewilligt worden, davon 240 bauliche Anlagen.
  • Das derzeitige Volumen der bewilligten Förderanträge beläuft sich auf insgesamt rund 158,6 Millionen Euro.

Förderschwerpunkt Düngerausbringung

„Die Auswertung belegt, dass wir mit unserem Programm den richtigen Nerv bei den Landwirten getroffen haben", zeigt sich Klöckner zufrieden, "und sie zeigt: die Branche ist bereit, moderner zu werden.“

Der Förderschwerpunkt sind Geräte zur Düngerausbringung (mehr als die Hälfte der Bewilligungen), etwa ein Viertel der bewilligten Anträge beziehen sich auf Pflanzenschutzgeräte und fast jede zehnte Förderung auf Maschinen zur mechanischen Unkrautbekämpfung.

Fast ausschließlich Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion haben bisher von der Förderung Gebrauch gemacht (rund 97 %, 4400 Anträge). Gut 2 % der Anträge entfallen auf Lohnunternehmen und knapp 1 % auf Maschinenringe.

Klöckner sollte Fehler eingestehen

„Die aufgesetzte Euphorie der Bundeslandwirtschaftsministerin hinsichtlich der Verteilung der Bauernmilliarde teilt die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag ausdrücklich nicht", erklärt Stephan Protschka, agrarpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion.

"Wir hatten bereits im März dieses Jahres moniert, dass mit dem Investitionsprogramm ausschließlich nagelneue Landmaschinen gefördert werden und das dafür zwingend ein Kredit aufgenommen werden muss. Mehr Klima- und Ressourcenschutz gibt es aber auch mit umweltschonenden Gebrauchtmaschinen. In Wahrheit handelt es sich also mehr um ein Konjunkturprogramm für die Industrie und die Landwirtschaftliche Rentenbank, als um eine ernstgemeinte Unterstützung der deutschen Bauern."

Protschka weiter: "Peinlich ist auch, dass die Gelder in der zweiten Vergaberunde per Los vergeben wurden. Verantwortliche Politik sieht anders aus. Frau Klöckner sollte endlich die Fehler bei der Bauernmilliarde eingestehen und das Investitionsprogramm für alle Bauern öffnen.“

 

Mit Material von Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Pressestelle der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag
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