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Demeter

Nachhaltige Landwirtschaft: Immer mit Tieren

Kühe auf der Weide
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 08.11.2022 - 15:55

Der Bioverband Demeter spricht sich für einen starken Klimaschutz aus. Humusaufbau, Heckenpflanzungen und vielfältige Fruchtfolgen sind Bausteine dafür. Aber auch Kühe für die Graslandnutzung gehören dazu. Deswegen sei es wichtig, die Rinderhaltung nicht per se zu verteufeln, sondern differenziert zu betrachten.

Hitzewellen und Starkregenereignisse sind schon heute in vielen Regionen ein Risiko für die Ernten der Landwirte. "Schreitet der Klimawandel fort, dann bedroht das die Existenz vieler Bäuerinnen und Bauern – und damit auch die Ernährungssicherheit von uns allen, und zwar weltweit,“ warnt deshalb Demeter-Vorstand Alexander Gerber und ruft die Teilnehmer der gegenwärtig stattfindenden UN-Klimakonferenz dazu auf, alles daran zu setzen, um wirksame Maßnahmen für die Einhaltung der 1,5°C Grenze zu beschließen.

Landwirtschaft will Beitrag leisten

Dabei müsse auch die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten und sie sei auch dazu bereit. Etwa indem sie Klimagas-Emissionen senke, Kohlenstoff im Boden bindet und durch vielfältige Fruchtfolgen und Betriebszweige weniger anfällig für die Folgen von Extremwetterlagen wird.

Der Ökolandbau, der diese Punkte bereits erfülle, müsse daher nach Ansicht des Demeter-Verbandes ein wichtiger Bestandteil bei der Agrarwende und einer nachhaltigen Klimastrategie darstellen.

Nachhaltige Demeter-Landwirtschaft: immer mit Tieren

„Der biodynamische Landbau setzt bereits seit 1924 auf Humusaufbau, Heckenpflanzungen und vielfältige Fruchtfolgen und hat damit Grundlagen gelegt, die sich heute als hilfreich für den Klimaschutz erweisen,“ sagt Antje Kölling, politische Sprecherin von Demeter.

Dabei nehmen Kühe, aber auch Schafe und Ziegen in der biodynamischen und der ökologischen Landwirtschaft eine wichtige Rolle ein. "Dank ihnen können wir auf Grasland hochwertige Lebensmittel erzeugen, Kohlenstoff im Boden binden und die Biodiversität fördern", erklärt Kölling.

Deswegen sei es wichtig, die Rinderhaltung nicht per se zu verteufeln, sondern differenziert zu betrachten. Denn eine Rinderhaltung, die flächengebunden auf Grasland und auf regionalem Futter basiert, sei ein sinnvoller, weil nachhaltiger Baustein für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Unter biodiversem Grünland werde mehr CO2 gespeichert als durch Wald. Rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche seien weltweit gesehen Grünland und damit unverzichtbar für die Ernährungssicherung.