Tierschutz

Nabu-Projekt mit Konik-Pferden gescheitert

Pferd
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 11.05.2020 - 16:40

Nach Einschätzung des Landwirtschaftsministers von den Grünen, Jan Philip Albrecht, ist der Nabu nicht den Pflichten eines Tierhalters ausreichend nachgekommen.

Kiel - Im Naturschutzgebiet „Wöhrdener Loch/Speicherkoog Dithmarschen“ soll es künftig keine Ganzjahresbeweidung durch Konik-Pferde mehr geben. Das hat Umweltminister Jan Philipp Albrecht am 8. Mai dem schleswig-holsteinischen Landtag mitgeteilt. Bis Ende September wird die  Ganzjahresbeweidung durch Koniks in dem Gebiet vollständig beendet. Das Ende bezeichnete Philip als Neuanfang für eine tier- und naturschutzorientierte Pflege in dem Gebiet.

Bis zum Verkauf der Koniks ist der Nabu für die Einhaltung der Tierhalterverpflichtungen verantwortlich. Künftig wird eine Sommerbeweidung mit Rindern angestrebt, die zunächst mit einer Schafsbeweidung ergänzt wird. Die Zuständigkeit für die Pflege und Beweidung des Speicherkoogs geht zurück an das Land. Nur die Schutzgebietsbetreuung verbleibt beim Nabu.

Nabu seiner Aufgabe nicht in ausreichendem Maße nachgekommen

Seit 2004 wurden im Naturschutzgebiet „Wöhrdener Loch/Speicherkoog Dithmarschen“ im Rahmen eines Schutz- und Entwicklungskonzepts unter anderem Konikpferde zur Landschaftspflege eingesetzt. Die Herde war im zurückliegenden Zeitraum stark angewachsen und damit die Futterfläche für das Einzeltier knapp.

Für die Haltung der Koniks hat der betreuende Verband, der Nabu Schleswig-Holstein, im Juli 2004 eine Vereinbarung mit dem Land und dem Kreis geschlossenen und hat sich als Eigentümer und Halter der Konikpferde in einem Vertrag mit dem Kreis zur Einhaltung aller Pflichten eines Tierhalters verpflichtet.

"Anfang März wurde offensichtlich, dass der Nabu dieser Aufgabe nicht in ausreichendem Maße nachgekommen ist. Der Tod mehrerer Konik-Pferde hat mich sehr betroffen gemacht. Das hätte nicht passieren dürfen, und wir werden dafür Sorge tragen, dass so etwas nicht wieder passieren kann“, sagte Albrecht.

Missstände festgestellt

Nach Feststellung der Missstände hatten LLUR und Kreis die Maßnahmen ergriffen. Es wurde eine mobile Fanganlage aufgebaut und alle Koniks wurden sofort tierärztlich untersucht. 53 Tiere wurden in landwirtschaftlichen Betrieben untergebracht, denen Albrecht für ihre Hilfsbereitschaft ausdrücklich dankte.

Elf gesunde und gut ernährte Tiere verblieben mit ihren Fohlen im Speicherkoog. Sie werden jetzt dreimal täglich kontrolliert. Es wird zusätzliches Futter bereitgestellt. Darüber hinaus wurde ein Wetterschutz errichtet.