Tierschutz

Münchner Wolfsdemo in Berlin angekommen

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 04.10.2021 - 15:12

Für den CSU-Bundestagsabgeordneten Max Straubinger muss die neue Regierung handeln.

Straubinger Max, CSU

Die Anliegen der gut 1200 Bäuerinnen und Bauern, die am vergangenen Samstag in München für einen besseren Schutz ihrer Weidetiere demonstriert haben, sind auch in Berlin angekommen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Max Straubinger, zeigt „volles Verständnis“. „4000 Nutztierrisse durch Wölfe im Jahr 2020 sind eine alarmierende Zahl, es besteht eindeutiger Handlungsbedarf,“ so Straubinger.

So gehe nicht nur um den wirtschaftlichen Schaden, sondern auch um das große Gefühl der Angst, dass bei von einem Wolfsangriff Betroffenen entsteht. Die Bevölkerung und ganz besonders die bäuerlichen Familienbetriebe müssen sich sicher fühlen können.

Er räumt ein, dass der Bundestag in der vergangenen Wahlperiode öfter über dieses Thema debattiert habe, aber leider wegen des Widerstandes der SPD konnte keine einvernehmliche Lösung finden, beklagt Straubinger. „Das muss sich in der neuen Legislaturperiode dringend ändern, denn das Problem birgt viel Zündstoff und spaltet die Bevölkerung,“ stellt der CSU-Abgeordnete fest, der den Einzug in den Einzug ins Parlament bei der Bundestagswahl geschafft hat.

Aufgabe der neuen Regierung

Wie Straubinger die künftige Regierung, die eventuell die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP bilden wird, davon überzeugen will, bleibt unklar. Er fordert aber, über Entnahmen von problematischen Einzeltieren in besonders gefährdeten Gebieten nachzudenken, wie es teilweise in einigen österreichischen Bundesländern der Fall ist. Außerdem müsse der besonders strengen Schutzstatus des Wolfes im EU-Recht noch einmal überdacht und angepasst werden, so Straubinger. „In vielen Regionen ist bereits ein günstiger Erhaltungszustand des Wolfes erreicht, ein weiteres Anwachsen der Populationen könnte die Probleme massiv verschärfen.“

Im italienischen Alpenraum ist laut des CSU-Abgeordneten die Tierhaltung wegen der ansteigenden Wolfszahlen bereits im Rückgang. Das dürfe man in Deutschland nicht zulassen, ist für Straubinger klar.